Hoffen wir auf ein Ende der Krisen-Plagerei!

Licht-Blicke – weihnachtliche Gedanken von Helmut P. Gaisbauer

„Wie lange noch?“ Mit dieser erwartungsvollen Grundfrage gehen Kinder in die christliche Adventszeit. Ihre Hoffnung und all ihr Sehnen richtet sich auf den Heiligen Abend. Adventskranz und Adventkalender geben dabei Orientierung und lassen sie die Spannung (aus-)halten.

„Wie lange noch?“ So fragen wir Erwachsenen uns in diesem Jahr in einer völlig anderen Gefühllage. Wir hoffen auf das Ende all der Plagerei, dem Leid und der Einschränkungen, die mit der Pandemie verbunden ist.

Wir erleben eine schwere Zäsur, eine Krise, auf deren baldige Überwindung wir hoffen. Die gerade anbrechende, diesmal spürbar andere Adventzeit könnte uns dabei Sinnbild sein, die vielen Unterbrechungen des Gewohnten in einem neuen Licht zu sehen. Auch der Advent unterbricht gewöhnlich unsere Routinen. Er lädt ein, zur Besinnung auf das, was uns hinter den greifbaren Dingen und den Alltagssorgen wirklich von Bedeutung ist.

Heuer ist diese Zäsur zwar von bedrohlicher Seite bereits da; man ist fast geneigt zu klagen: „Nichts ist so wie üblich! Wie soll ich da in Stimmung kommen?“. Doch spricht nichts dagegen, sich im Advent kleine Licht-Blicke zur Besinnung, zur Orientierung aufgehen zu lassen. Wie wohltuend wäre es, der Krisenstimmung ein Stück weit zu entkommen, etwa durch eine erneuerte Gewissheit darüber, dass die Krisen-Plagerei ein Ende haben wird.

Vielleicht bietet gerade der beschützende und bejahende Advent die Möglichkeit, vieles vom Dunkel, das das Pandemie-Jahr mit sich bringt, ein wenig aus dem Blick zu schieben und statt dessen bewusst bescheidene, ruhige und hoffnungsvolle Licht-Blicke auf Lebensbejahendes und Zusammenführendes zu werfen.

Ich wünsche Ihnen, dass Ihnen diese außergewöhnliche Adventszeit solche Licht-Blicke zur Einstimmung auf Weihnachten bereithält!

Ihr Helmut P. Gaisbauer