Gute Wissenschaft, schlechte Wissenschaft – und was das für unsere Gesellschaft bedeutet

In der aufgeheizten Debatte rund um den Klimawandel, spätestens aber seit der COVID-19-Pandemie, wird Wissenschaft und ihre Rolle für die Gesellschaft mit einer völlig neuen Vehemenz diskutiert. Die öffentliche Debatte schwankt dabei zwischen einer immer heftiger auftretenden Wissenschaftsskepsis bis -feindlichkeit, bis zu einem mantra-artigem vorgetragenen „Glaubt an die Wissenschaft“. Doch von welcher Wissenschaft reden wir überhaupt? Worin unterscheiden sich „gut gemachte“ und „schlecht gemachte“ Wissenschaft? Welche Implikationen kann es für Politik und folglich auch für unsere Gesellschaft haben, wenn mediale Debatten wissenschaftliche Erkenntnisse verkürzen oder gar falsch wiedergeben?

Das nächste Buch zum Frühstück widmet sich diesen Fragen und stellt dabei vier einschlägige Bücher vor:

  • Zynische Theorien von Helen Pluckrose und James Lindsay setzt sich kritisch mit postmodernen Theorien auseinander, und was deren Vormarsch für die Qualität der Sozialwissenschaften aber auch das gesellschaftliche Zusammenleben bedeuten.
  • Veith Selk wiederum zeichnet in Demokratiedämmerung nicht nur nach, wie unsere Demokratien langsam und unwiederbringlich erodieren. Er stellt diese Erosion in Zusammenhang mit dem Scheitern der großen Demokratietheorien, die unfähig scheinen, aktuelle Tendenzen zu erfassen und die Demokratie weiterzudenken.

Von der Welt der sozialwissenschaftlichen Theorien geht es weiter zu den Naturwissenschaften: Zwei Bücher zeigen auf, wie wichtig sowohl solide Forschungsdesigns, als auch verantwortungsvolle Wissenschaftskommunikation sind.

  • Mai Thi Nguyen-Kim macht auf unterhaltsame Weise in Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit auf die hohe Komplexität wissenschaftlicher Erkenntnisse und deren häufig fehlerhaften Interpretation in der Öffentlichkeit aufmerksam.
  • Als Bonusbuch sei schließlich noch auf Bad Science von Ben Goldacre verwiesen: Schlecht gemachte Statistiken und grundsätzliches Nicht-Verstehen wissenschaftlicher Prozesse laden vor allem die Medien ein, „schlechte“ Wissenschaft zu verbreiten.

Eine Einladung zum Nachdenken über Wissenschaft – und wie wir mit wissenschaftlichen Erkenntnissen verantwortungsvoll umgehen.