Resilienz im Ordensspital

Aufbauend auf dem Projekt „Resiliente Gemeinschaften“ gehen wir hier der Frage nach, wie Krankenhäuser, insbesondere Ordenspitäler, die Covid-19-Pandemie bewältig haben. Welche Rituale und Strategien werden (in der Organisation und im Team) eingesetzt, um mit beruflichen Herausforderungen umgehen zu können? Woraus schöpfen die Mitarbeitenden Kraft und Motivation für ihr Tun?

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Resilienz im Ordensspital

Wie Menschen im Gesundheitswesen den Pandemiealltag stemmen

Zum Forschungsinhalt

Resilienz als die Fähigkeit, auch unter widrigen Umständen zu gedeihen, ist zu einem Modebegriff und zu einem Forschungsfeld geworden. Während der Begriff in der populären Literatur vor allem auf Ebene von Individuen gebraucht wird, können auch Gruppen und Organisationen als (mehr oder weniger) resilient gelten. Die durch die Pandemie herbeigeführte Gesundheitskrise ist zu einem Prüfstein für Resilienz geworden. In besonderer Weise davon betroffen sind Menschen, die ihren beruflichen Alltag im Krankenhaus verbringen – und für die breitere Öffentlichkeit häufig unsichtbar bleiben. Wie erleben sie ihr Arbeitsumfeld unter diesen Rahmenbedingungen? Welche Strategien werden (in der Organisation und im Team) eingesetzt, um mit beruflichen Herausforderungen umgehen zu können? Woraus schöpfen die Mitarbeitenden Kraft und Motivation für ihr Tun? Inwiefern tragen geteilte Werthaltungen auf Organisationsebene zu diesem gemeinsamen „Spirit“ bei? Wir am ifz widmen uns diesen und weiteren Fragen in einem neuen, medial begleiteten Forschungsprojekt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den 30 österreichischen Ordensspitälern.

Forschungsmethoden

  • eine systematische Literaturrecherche gibt einen umfassenden Überblick zum Resilienzbegriff und dessen Verwendung im Krankenhauskontext.
  • Mithilfe einer Dokumentenanalyse werden dann die organisationalen Werte aller 30 Ordensspitäler in Österreich untersucht. Dieser Ansatz stützt sich auf die gut begründete Annahme, dass ein gemeinsames Verständnis von „mission sense“ resilienzfördernd wirkt.
  • Mithilfe eines standardisierten Online-Kurzfragebogens wird ein aktuelles Stimmungsbild unter dem Gesundheits- und Verwaltungspersonal der Ordensspitäler im Hinblick auf die individuelle und organisationale Resilienzfähigkeit eingefangen. Anschließend werden eine Reihe von problemzentrierten Interviews mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geführt, die verschiedene Positionen in drei ausgewählten Ordensspitälern bekleiden.

Output

Um die Ergebnisse des Projekts an die breitere Öffentlichkeit zu vermitteln, sind folgende konkrete Produkte geplant:

  • ein Fachgespräch am ifz im Herbst 2023, an dem ca. 15 Personen aus verschiedenen Arbeitsbereichen der Ordensspitäler und wissenschaftliche Expertinnen und Experten über Resilienz ins Gespräch kommen.
  • eine Broschüre, die – auf Basis eines Forschungsberichts – die zentralen Ergebnisse des Projekts praxisnah zusammenfasst.
  • die öffentliche Präsentation dieser Publikation im Rahmen einer Abschlussveranstaltung im Oktober/November 2023 in einem Ordensspital.

Wissenschaftler*innen

ifz_Fabian Kos

Kos Fabian

Research Fellow, Philosophie und Geowissenschaftenfkos@ifz-salzburg.at

ifz_Birgit Bahtic-Kunrath

Bahtić-Kunrath Birgit

Research Fellow, Politikwissenschaftbbahtic@ifz-salzburg.at