Mensch bleiben in der Politik

Strukturen, Institutionen und eine politische Kultur geben den Rahmen für politisches Handeln vor. Dabei sind es aber immer Menschen, die Politik machen. Vor diesem Hintergrund wollten wir  untersuchen, welche Herausforderungen an das „Mensch bleiben“ aktive und ehemalige PolitikerInnen in Österreich erlebt haben.

Mensch bleiben in der Politik

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Das politische System ist prägend für jede Gesellschaft. Strukturen, Institutionen und eine politische Kultur formen unsere Gesellschaft und geben den Rahmen für politisches Handeln vor. Allerdings haben jene Menschen, die Politik machen, bei aller Einbindung in den „politischen Apparat“, eine eigene Perspektive, die sich nicht vollständig auf diejenige der Partei oder der politischen Funktion, die sie erfüllen, reduzieren lässt. Jede Lebensgeschichte hinterlässt Spuren und macht jede Politikerin und jeden Politiker zu etwas Besonderem.

Vor diesem Hintergrund wollte das Projekt „Mensch bleiben in der Politik“ untersuchen, welche Herausforderungen an das „Mensch bleiben“ aktive und ehemalige PolitikerInnen in Österreich erlebt haben und wie sie mit diesen vor dem Hintergrund ihrer je eigenen Werthaltungen, Ideale und Bedürfnisse umgegangen sind.

Das Buchprojekt knüpfte an die Publikation „Mensch bleiben im Krankenhaus“ (2013) von Clemens Sedmak an, in der er Grundzüge einer Ethik im Krankenhausalltag entwickelte. Analog dazu standen auch bei „Mensch bleiben in der Politik“ weniger die weithin bekannten „großen“ Themen politischer Ethik, sondern typische, konkrete, vielleicht sogar „alltägliche“ Situationen im Leben österreichischer PolitikerInnen (von der lokalen bis zur EU-Ebene) im Zentrum: Was wird als moralisch herausfordernd oder sogar als Dilemma erlebt und was sind Möglichkeiten und Grenzen des verantwortbaren Umgangs mit diesen Herausforderungen? Diesen Fragen wurde in Form von qualitativen, leitfadengestützten Interviews mit österreichischen PolitikerInnen nachgegangen.

Fünf Themenblöcke standen im Zentrum des Projekts

  • Das „System Politik“: Rahmenbedingungen für politisches Handeln
  • Umbrüche und Übergänge im Lebenslauf
  • Innerlichkeit und persönliche Werte
  • Führungsqualitäten und Verantwortung
  • Verhältnis zwischen Beruflichem und Privatem

Wissenschaftler*innen

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Buchner Elisabeth

Research Fellow, Politikwissenschaft und Soziologie (derzeit karenziert)ebuchner@ifz-salzburg.at


News

„Mensch bleiben in der Politik“ – Eine „Falter“-Rezension

Pressespiegel 3. Mrz, 2017

Stellen wir uns vor: Unter den Parteien besteht eine gewisse Partnerschaft. Einer vertritt alle politischen Verantwortungsträger auf einer Veranstaltung und spricht nicht nur im Namen seiner eigenen Fraktion. Einmal im Monat gibt es ein politikfreies Wochenende. Politische Positionen sind zur Hälfte von Frauen besetzt. Nicht nur sie begrüßen es, oft um 16 oder 17 Uhr nach Hause gehen zu können, um mit ihrer Familie den Abend zu verbringen.