Elternarbeit der Caritas Salzburg

Das schul- und lernbezogene Engagement der Eltern beeinflusst die Bildungserfolge der Kinder. Die vielfältigen Grundlagen für schulischen Erfolg – dazu gehören auch Ernährung, Freizeitgestaltung bis hin zu einer lernfreundlichen Umgebung daheim und dem nötigen Wissen, um Bildungsentscheidungen zu treffen – werden wesentlich durch den familiären Kontext (mit-)beeinflusst.

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Wissenschaftliche Begleitung des Projekts „Elternarbeit der Caritas Salzburg“

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In den Lerncafés der Caritas in der Stadt Salzburg werden viele Kinder aus sogenannten „bildungsfernen“ Familien unterstützt. Häufige Schwierigkeiten sind geringe Deutschkenntnisse, ein niedriges Bildungsniveau der Eltern und fehlende Vertrautheit mit dem österreichischen Schulsystem bzw. dem Kontext „Schule“ als solchem. Seit Anfang des Schuljahres 2018/19 intensivierte die Caritas die im Rahmen des gleichnamigen Projekt die „Elternarbeit“ in den Lerncafés. Im Zentrum stehen regelmäßige thematische Elternabende für die Eltern, deren Kinder eines der drei Lerncafés in der Stadt Salzburg besuchen. Es handelt sich um ein kostenloses, freiwilliges Angebot, mit dem Ziel, dass die Eltern die Bildungsprozesse ihrer Kinder besser unterstützen können.

In der ersten Phase (Schuljahr 2018/19) lag der Fokus darauf, die Pilotphase der Projektumsetzung zu analysieren, um daraus Schlussfolgerungen für die zukünftige Ausgestaltung ziehen zu können. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob und wie das Angebot die Eltern der Lerncafé-Kinder erreicht. Außerdem sollte geklärt werden, welche Faktoren förderlich oder hinderlich für die Teilnahme und einen aus Sicht der Teilnehmenden gelungenen Verlauf der Elternabende sind. Auf Basis einer Literaturstudie erfolgten eine teilnehmende Beobachtung und standardisierte Dokumentation aller Elternabende, die im Untersuchungszeitraum durchgeführt wurden (n=6) sowie fokussierte Interviews mit den Projektdurchführenden. Der Abschlussbericht zur Pilotphase wurde im Mai 2019 fertiggestellt.

Die zweite Phase (Schuljahr 2019/20) war darauf ausgerichtet:

  • die Projektumsetzung und -ergebnisse zu dokumentieren und die Perspektive der Eltern und Projektdurchführenden auf das Projekt „Elternarbeit“ darzustellen
  • zu analysieren, inwieweit die good-practice-Empfehlungen aus der Pilotphase umgesetzt werden konnten und was diese bewirken
  • Schlussfolgerungen und Empfehlungen für die zukünftige Ausgestaltung zu formulieren
  • Auswirkungen der Situation in Verbindung mit Covid-19 auf das Projekt und die Zielgruppe darzustellen

Dafür wurden die Elternabende (n=6) wiederum mittels teilnehmender Beobachtung dokumentiert. Zudem erfolgte eine standardisierte Dokumentation der telefonischen Elternkontakte durch die Standortverantwortlichen der drei Lerncafés, eine schriftliche, anonymisierte Befragung der Eltern (n=18) und eine Gruppendiskussion mit den Projektdurchführenden. Der Abschlussbericht zur Pilotphase wurde im November 2020 fertiggestellt.

Milestones/Output

Das Untersuchungsdesign war als begleitende Prozessevaluation angelegt, das heißt, sie wurde im gleichen Zeitraum wie das untersuchte Projekt durchgeführt. Durch regelmäßige Erhebungen und darauf basierende Kommunikation der Ergebnisse an die Projektdurchführenden war so eine kontinuierliche Reflexion und Weiterentwicklung möglich. Die Endergebnisse wurden nach Abschluss jeder Phase in einem Bericht für die Auftraggeber festgehalten.


Wissenschaftler*innen

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Buchner Elisabeth

Research Fellow, Politikwissenschaft und Soziologieebuchner@ifz-salzburg.at