Wilhelm Blum, Clemens Sedmak und Helmut P. Gaisbauer zum Prinzip der Subsidiarität.

Subsidiarität als Grundlage menschlichen Zusammenlebens

Der Begriff der Subsidiarität ist laut der Autoren Wilhelm Blum, Helmut P. Gaisbauer und Clemens Sedmak, ein moderner Begriff für ein uraltes Prinzip. Die Brockhaus-Enzyklopädie beschreibt den Begriff im Groben so: Das, was der Einzelne aus eigener Initiative leisten kann, darf ihm nicht entzogen und der Gemeinschaft übertragen werden. Andererseits ist aber diese Gemeinschaft im Bedarfsfalle zur Hilfeleistung verpflichtet. Erst wenn die untere Ebene nicht mehr kann oder will, soll die nächsthöhere – eben subsidiär – eintreten. Dieser Grundgedanke gilt für viele Bereiche des alltäglichen Lebens: Familie, Gemeinde, Land bis hinauf zur höchsten Ebene, zum Abstraktum Staat.

Clemens Sedmak greift in seinem Fallbeispiel jenen im Jahre 2017 vereinbarten Korridor auf, bei dem drei Nichtregierungsorganisationen im Einvernehmen mit der italienischen Regierung 500 Flüchtlinge von einem äthiopischen Flüchtlingslager nach Italien brachten.

Um Armutsforschung und geht es auch im Beitrag von Helmut P. Gaisbauer: Er berichtet über das 2015 ins Leben gerufene Bildungsprogramm für Kinder im rumänischen Dumbraveni (Elisabethstadt), das zum Ziel hat, Kinder aus ihrer drückenden Armut und ihrer existenziellen Bildungsarmut zu befreien.

Wilhelm Blums Beitrag bildet hingegen das theoretische Fundament dieses Buches. Dabei springt er zwischen den Zeiten und den Orten hin und her. Er zitiert Homer und Franz Grillparzer, den Apostel Paulus und Lenin. Und er beweist damit, dass das Prinzip der Subsidiarität allumfassend und menschlich ist und sich auch heute noch als Grundlage unseres menschliches Zusammenlebens erweist.