Internationaler Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft
Forschung 11. Februar 2026
Jährlich wird am 11. Februar der „Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft“ begangen. Laut Generalversammlung der Vereinten Nationen soll dieser Tag an die entscheidende Rolle erinnern, die Mädchen und Frauen in Wissenschaft und Technologie spielen. Doch welche Rolle spielen sie wirklich? Aus dem aktuellen FTI-Monitor* (2025) des Rats für Forschung, Wissenschaft, Innovation und Technologieentwicklung (FORWIT) geht hervor, dass es im Unternehmenssektor, der 70% der F&E-Beschäftigten (Forschung&Entwicklung) umfasst, lediglich 16,1% Frauen gibt. Im Hochschulsektor sind es 45,5% (gemessen an Vollzeitäquivalenten).
Die Analyse der Geschlechtergerechtigkeit im österreichischen FTI-System zeigt laut Forschungsrat „nach wie vor unbefriedigende Ergebnisse“. Trotz zahlreicher Initiativen zur Steigerung des Frauenanteils in naturwissenschaftlichen und technologischen Fächern (MINT) seien die Effekte bisher gering und müssten weiterentwickelt werden, so FORWIT.
Auch UNO-Generalsekretär António Guterres sieht das so: „Wenn wir Frauen aus der Wissenschaft ausgrenzen, schwächt dies unsere kollektive Fähigkeit, dringende globale Herausforderungen zu bewältigen.“ Weiters kritisiert er, dass trotz Verbesserungen beim Zugang zu Bildung Frauen in MINT-Berufen nach wie vor durch mangelnde Forschungsfinanzierung, geschlechtsspezifische Rollenklischees und Diskriminierung am Arbeitsplatz benachteiligt seien. Um Probleme etwa im Hinblick auf Klimawandel oder öffentliche Gesundheit zu bewältigen, müsse dafür gesorgt werden, dass sich jedes Mädchen eine Zukunft im MINT-Bereich vorstellen und jede Frau in ihrer wissenschaftlichen Karriere erfolgreich sein kann.
Die Zeitung NÖN zitiert am 10. Februar 2026 aus einen Rundruf von APA-Science, indem österreichische Wissenschaftlerinnen zu Wort kamen. Sie nannten darin mangelnde Sichtbarkeit, das Gefühl, „lauter“ sein zu müssen als männliche Kollegen und „dünne Luft“ für Frauen auf höheren Führungsebenen, vor allem in technischen Disziplinen. Viele sprechen auch das „Generationenthema“ an und meinen, dass sich bei jüngeren, männlichen Wissenschaftlern bereits sehr viel gebessert habe. Sie strichen außerdem die Bedeutung von weiblichen Vorbildern und Mentorinnen hervor.
*Der FTI-Monitor ist ein webbasiertes Daten- und Analyseinstrument, das die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit des österreichischen Forschungs-, Technologie- und Innovationssystems systematisch abbildet und visualisiert.
Quellen:
NÖN, 10. Februar 2026: https://www.noen.at/in-ausland/tag-der-frauen-in-der-wissenschaft-frauenanteil-in-oesterreichs-forschung-nur-bei-25-prozent-509374480
FORWIT FTI Monitor (2025): https://fti-monitor.forwit.at/de/O/system
APA Science: https://science.apa.at/ (Am 11. Februar 2026 veröffentlicht APA-Science einen Teil von insgesamt rund 30 Interviews mit Nachwuchsforscherinnen an österreichischen Hochschulen, in Institutionen und Unternehmen)
