Beitrag 54: Meine Erfahrungen zu COVID-19
Frage 1: In welchem Bereich Ihres Lebens machen Sie aktuell die tiefste Erfahrung von Veränderung? Bitte beschreiben Sie, was diese Änderung für Sie oder Ihr unmittelbares Umfeld bedeutet:

Familie: Kein körperlicher Kontakt zu Eltern (Mitte 70); sehr schmerzhaft zu sehen, wie die Eltern durch die Isolation leiden. Engste Familie: Harmonisches Beisammensein (alle im selben Boot).

Freizeit: Vermehrt Spaziergänge, Laufrunden mit engsten Familienangehörigen. Entspannte Abende ohne „Freizeitstress“. Mehr intensive Zeit im Garten mit Gartenarbeit.

Arbeitsumfeld: Von 100% Office auf 0%. Oder von 0% Home-Office auf 100%. Die Arbeit soll normal bzw. intensiver als zuvor weiterlaufen, aber Probleme mit VPN-Verbindung, Upgrade auf ein schnelleres Internet, kleiner Bildschirm sind zeitintesiv und demotivierend. Absprache innerhalb der Familie, wer, wann, welches Endgerät benutzt. Wer, wo, wann ungestört arbeiten kann. Außerdem Arbeitseinschränkungen bezüglich Ausdrucke mit Home-Drucker, fehlende kurze Kommunikationswege, fehlendes analoges Arbeitsmaterial (analoge Ordnerablage, Pinwand etc.).

Nachrichtenkonsum: Vermehrtes, intensiveres, tägliches Verfolgen der aktuellen Situation.

Frage 2: Welche (neuen oder verschärften) Sorgen, welche Ängste begleiten Ihre jetzige Situation?

Wie werden die Eltern das schaffen? Wie können wir sie trotz der Distanz unterstützen? Wie groß / wieviel größer wird die Kluft zwischen Arm und Reich? Welche persönlichen/wirtschaftlichen Katastrophen werden noch kommen? Wann wird es wieder wie vorher? Wie wird der körperliche Kontakt zu engsten Freunden?

Frage 3: Können Sie persönlich der jetzigen Situation Positives abgewinnen, z.B. gewisse Erleichterungen, Befreiungen von Zwängen etc.? Gibt es etwas Konkretes, das Ihnen Hoffnung für die Zukunft „nach Corona“ gibt?

Derzeit positiv: Was sehr positiv ist/war, ist, dass alle Familienmitglieder zu Hause waren und es so (fast überraschend) gut und harmonisch funktioniert hat. Das freie Einteilen der Arbeitszeit war sehr positiv.

Was Hoffnung gibt: Wenn wir alle klug agieren, und an einem Strang ziehen, dann können wir es noch schaffen, unseren Planeten vor der Umweltkatastrophe zu retten. Das hat der Lockdown gezeigt. Nicht nur ein „Danke“ an die Berufsgruppen in systemrelevanten Berufen, sondern auch monetäre Abgeltung in Zukunft – leider eine sehr kleine Hoffnung.

Persönlich: Was ich in die Zukunft mitnehmen möchte ist, dass ich meine freie Zeit weniger und gezielter verplane und dadurch mehr zur Ruhe komme.

Beruflich mitnehmen möchte ich: eine gute Kombination zwischen Office und Home-Office finden (60:40).

Frage 4: Was hilft Ihnen dabei, gut durch diese Situation zu kommen? Was stärkt Ihre Widerstandsfähigkeit? Gibt es neue Gewohnheiten oder alte, die Sie aufleben lassen, um Ihr Wohlbefinden zu stärken?

Neu/vermehrt: Bewegung in der Natur, täglich Yoga, Fixpunkt bei Schönwetter: täglich um 15 Uhr gemeinsamer Kaffee/Tratsch mit den Nachbarn über den Gartenzaun.
Seit Corona bin auch ich (als Verweigerin) in Whatsapp und bin in dieser besonderen Situation erstmals begeistert davon. Dadurch vermehrter Kontakt zu Freunden/Familie über Chats und Video-Chats.

Sonntag, 17. Mai 2020
Weiblich, 48 Jahre, Studiengangsorganisation, Salzburg