Beitrag 2: Meine Erfahrungen zu COVID-19

Weiblich, 34 Jahre, Angestellte, Salzburg Stadt

Beitrag 48: Meine Erfahrungen zu COVID-19
Frage 1: In welchem Bereich Ihres Lebens machen Sie aktuell die tiefste Erfahrung von Veränderung? Bitte beschreiben Sie, was diese Änderung für Sie oder Ihr unmittelbares Umfeld bedeutet:

Eigentlich gibt es keine tiefe Erfahrung von Veränderung. Geänderte Tagesroutinen und Sozialroutinen sind im Vergleich zu den „großen“ Fragen die mich bewegen zwar augenscheinlich und mitunter unangenehm, aber verhältnismäßig banal.

Frage 2: Welche (neuen oder verschärften) Sorgen, welche Ängste begleiten Ihre jetzige Situation?

Die Sorge ist, dass nach der Covid-19-Krise alles so weitergeht wie davor. Neoliberale Politik hat die Gesundheitssysteme auf Effizienz und Schlankheit getrimmt, weshalb jetzt keine Reserven vorhanden sind. Die Produktion von jetzt dringend benötigten Waren wurde in Billiglohnländer mit Defiziten an Menschenrechten und/oder grundlegender materieller Versorgung verlegt. Die schamlose Ausbeutung von Tieren und Ökosystemen hat das Virus erst so schnell alle zoogenen Schranken überspringen lassen.

Frage 3: Können Sie persönlich der jetzigen Situation Positives abgewinnen, z.B. gewisse Erleichterungen, Befreiungen von Zwängen etc.? Gibt es etwas Konkretes, das Ihnen Hoffnung für die Zukunft „nach Corona“ gibt?

Weniger Treibhausemissionen, keine Wochenendshoppingtrips nach London, weniger Autos auf den Straßen, weniger Shoppingwahn (außer Klopapier und Nudeln).

Keine Hoffnung für die Zukunft nach Corona: Die Menschen können sich offensichtlich tatsächlich eher das Ende der Welt vorstellen, als das Ende des Kapitalismus (Zizek).

Frage 4: Was hilft Ihnen dabei, gut durch diese Situation zu kommen? Was stärkt Ihre Widerstandsfähigkeit? Gibt es neue Gewohnheiten oder alte, die Sie aufleben lassen, um Ihr Wohlbefinden zu stärken?

Ich fühle mich aufgrund meiner demographischen und sozialen Situation ohnehin privilegiert. Meine Familie und Freund*innen geben mir Kraft.

Samstag, 18. April 2020
40 Jahre, Lehrer*in, St. Johann