Beitrag 2: Meine Erfahrungen zu COVID-19

Weiblich, 34 Jahre, Angestellte, Salzburg Stadt

Beitrag 43: Meine Erfahrungen zu COVID-19
Frage 1: In welchem Bereich Ihres Lebens machen Sie aktuell die tiefste Erfahrung von Veränderung? Bitte beschreiben Sie, was diese Änderung für Sie oder Ihr unmittelbares Umfeld bedeutet:

Einschränkungen in sozialen Kontakten und sportlichen Betätigungen stellen aktuell die größten Veränderungen dar. Wir kommen aber durch Videotelefonie ganz gut zurecht damit. Wir organisieren öfters Videotelefonie-Abende mit Freunden und Familie.

Frage 2: Welche (neuen oder verschärften) Sorgen, welche Ängste begleiten Ihre jetzige Situation?

Neben den üblichen unternehmerischen Sorgen in einer Wirtschaftskrise (und auch ohne Krise) macht mir der Virus und seine möglichen Langzeitfolgen Sorgen. Es gibt bereits erste Anzeichen, dass schwere Verläufe eine dauerhafte Schädigung der Lunge herbeiführen können (Lungenfibrose). Möglich ist auch eine erneute Mutation des Virus und in einer zweiten oder dritten Viruswelle könnte der Virus noch weit aggressiver werden. Dies wurde auch bei der Spanischen Grippe so beobachtet. Erst bei der zweiten Welle kam das Virus mutiert und aggressiver zurück. Und wir werden bestimmt eine zweite Welle erleben (beginnt bereits in Asien). Ein möglicher Impfstoff welcher in beschleunigter Weise entwickelt wird, macht mir ebenfalls Sorgen. In einem Interview mit Dr. Drosten (Charité Berlin) erzählte der Virologe, dass in seiner Branche bereits diskutiert wird, ob auch ein Impfstoff mit häufigen Nebenwirkungen (1/1000) in dieser besonderen Situation zum Einsatz kommen kann. Ich impfe regelmäßig, aber ein neuer Impfstoff dieser Kategorie macht mir schon Sorgen.

Frage 3: Können Sie persönlich der jetzigen Situation Positives abgewinnen, z.B. gewisse Erleichterungen, Befreiungen von Zwängen etc.? Gibt es etwas Konkretes, das Ihnen Hoffnung für die Zukunft „nach Corona“ gibt?

Weniger. An eine Zukunft welche der Zukunftsforscher Matthias Horx prophezeit, in der Milch und Honig fließen, glaube ich nicht. Meiner Ansicht nach wird sich kaum etwas ändern und wir werden zu „business as usual“ zurückkehren. Einzige Ausnahme einer wirklichen Veränderung sehe ich, wenn sich die Lage dramatisch verschlechtert. Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass der Verzehr und Handel von Buschfleisch (bushmeat) weltweit verboten und streng kontrolliert wird. Viele Viren, wie etwa Ebola, entstammen dem Verzehr von Wildtieren aus dem Dschungel. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein weitaus gefährlicher Virus im Urwald/Dschungel bereits auf uns wartet (Zoonose).

Frage 4: Was hilft Ihnen dabei, gut durch diese Situation zu kommen? Was stärkt Ihre Widerstandsfähigkeit? Gibt es neue Gewohnheiten oder alte, die Sie aufleben lassen, um Ihr Wohlbefinden zu stärken?

Beschäftigung! Wir haben einen kleinen Sohn und durch mein Unternehmen gibt es immer was zu tun und uns wird nicht langweilig. Ich habe auch angefangen wieder etwas zu musizieren. Sehr entspannend! Und natürlich Netflix 🙂

Mittwoch, 15. April 2020
Männlich, 39 Jahre, Unternehmer, Salzburg Land