Beitrag 2: Meine Erfahrungen zu COVID-19

Weiblich, 34 Jahre, Angestellte, Salzburg Stadt

Beitrag 42: Meine Erfahrungen zu COVID-19
Frage 1: In welchem Bereich Ihres Lebens machen Sie aktuell die tiefste Erfahrung von Veränderung? Bitte beschreiben Sie, was diese Änderung für Sie oder Ihr unmittelbares Umfeld bedeutet:

Am meisten zu schaffen macht mir die Distanz zu anderen Menschen, die sozialen Abstände, kein Zusammensitzen mit den engsten Freunden und Bekannten, vor allem mit den Kindern und Enkelkindern. Als großer Sportler fehlt mir natürlich auch die Bewegungsfreiheit. Ich kann nicht mehr Schwimmen oder Tennis spielen… Auch dass alle großen Sportveranstaltungen abgesagt sind und im Fernsehen nichts mehr übertragen wird, vermisse ich sehr. Das Zuhausebleiben macht mir weniger aus, ich finde immer genug zu tun.

Frage 2: Welche (neuen oder verschärften) Sorgen, welche Ängste begleiten Ihre jetzige Situation?

Ich habe große Angst, dass ich mich anstecke, oder auch dass sich meine Frau ansteckt, da wir ja doch im fortgeschrittenen Alter sind. So versuche ich mich so gut wie möglich auf Distanz zu halten und die Vorgaben der Regierung einzuhalten.

Frage 3: Können Sie persönlich der jetzigen Situation Positives abgewinnen, z.B. gewisse Erleichterungen, Befreiungen von Zwängen etc.? Gibt es etwas Konkretes, das Ihnen Hoffnung für die Zukunft „nach Corona“ gibt?

Ich hoffe, dass die einzelnen Staaten mehr Selbstständigkeit entwickeln, zum Beispiel in der medizinischen Versorgung, beispielsweise dass Medikamente wieder im eigenen Land hergestellt werden. Dass die Leute nicht mehr so sinnlos herumfliegen. Positiv ist für mich, dass ich gemeinsam mit meiner Frau das Haus wieder auf Vordermann gebracht habe.

Frage 4: Was hilft Ihnen dabei, gut durch diese Situation zu kommen? Was stärkt Ihre Widerstandsfähigkeit? Gibt es neue Gewohnheiten oder alte, die Sie aufleben lassen, um Ihr Wohlbefinden zu stärken?

Ich habe das Gitarrespielen wieder für mich entdeckt. Auch erleben meine Frau und ich bei unseren täglichen Spaziergängen nun viel bewusster unsere Umgebung. Und bei jedem Spaziergang fallen uns neue Dinge auf, die uns begeistern, die wir aber vorher noch nie gesehen haben.

Die Vorfreude auf das Leben „nach“ Corona hält mich auch über Wasser. Ich werde alles, was ich vorher als „normal“ empfunden habe, nachher mehr zu schätzen wissen, wie das Zusammensitzen mit Freunden oder den Sport.

Man darf seinen Optimismus nie verlieren, und man soll sich auch nicht von den Medien zu sehr beeindrucken lassen.

Mittwoch, 15. April 2020
Männlich, 73 Jahre, Pensionist, Salzburg Land