Beitrag 2: Meine Erfahrungen zu COVID-19

Weiblich, 34 Jahre, Angestellte, Salzburg Stadt

Beitrag 38: Meine Erfahrungen zu COVID-19
Frage 1: In welchem Bereich Ihres Lebens machen Sie aktuell die tiefste Erfahrung von Veränderung? Bitte beschreiben Sie, was diese Änderung für Sie oder Ihr unmittelbares Umfeld bedeutet:

Die eingeschränkte Bewegungsfreiheit erlebe ich als tiefste Veränderung. Auch die körperlichen Auswirkungen durch den fehlenden Ausgleich. Keine direkten sozialen Kontakte zu haben empfinde ich auch in der Kommunikation als teilweise schwierig, da sich Befindlichkeiten häufig nicht so gut einschätzen lassen. Dies gilt sowohl für den privaten aber noch mehr für den beruflichen Kontext.

Frage 2: Welche (neuen oder verschärften) Sorgen, welche Ängste begleiten Ihre jetzige Situation?

Durch die Möglichkeit des Home-Office kann ich selbst bestimmen, wann ich das Haus verlasse und auch die sozialen Kontakte sind so leichter eingrenzbar als auf dem täglichen Arbeitsweg oder den Kontakten in der Arbeitsstätte. Sorgen bereitet mir, wenn es für MitarbeiterInnen und KlientInnen unerlässlich ist, sich außerhalb der Wohnung aufzuhalten. Hier einzuschätzen, welche Maßnahmen und Handlungen sinnvoll und notwendig sind, gestaltet sich zum Teil als sehr schwierig.

Frage 3: Können Sie persönlich der jetzigen Situation Positives abgewinnen, z.B. gewisse Erleichterungen, Befreiungen von Zwängen etc.? Gibt es etwas Konkretes, das Ihnen Hoffnung für die Zukunft „nach Corona“ gibt?

Es gibt immer zwei Seiten, auch diese Situation hat Positives. Dieses extreme „ausgebremst werden“ führt uns noch einmal mehr auf uns zurück, gibt Zeit zum Nachdenken und überdenken. Hoffnung gibt mir, dass es auch vorbei gehen wird.

Frage 4: Was hilft Ihnen dabei, gut durch diese Situation zu kommen? Was stärkt Ihre Widerstandsfähigkeit? Gibt es neue Gewohnheiten oder alte, die Sie aufleben lassen, um Ihr Wohlbefinden zu stärken?

Im beruflichen Kontext hilft es mir, zu versuchen, mich abzugrenzen, in dem ich meine Arbeitszeiten nach Möglichkeit einhalte und nach Dienstschluss versuche Ausgleich zu finden. Dies mache ich, indem ich zumindest ein Mal am Tag spazieren gehe (und dabei gerne neue Wege abgehe). Ich bin auch immer wieder fasziniert über die kreativen Möglichkeiten, Aktivität möglich zu machen und Initiativen die dadurch gestartet werden.

Auch gibt es nun Zeit, lange nicht mehr genutzte Offline-Interessen zu verfolgen (Häkeln, Lesen, und andere Dinge für die man sonst nie Zeit hatte) – das finde ich sehr wertvoll.

Donnerstag, 9. April 2020
Weiblich, 33 Jahre, Projektleiterin, Salzburg Stadt