Beitrag 2: Meine Erfahrungen zu COVID-19

Weiblich, 34 Jahre, Angestellte, Salzburg Stadt

Beitrag 36: Meine Erfahrungen zu COVID-19
Frage 1: In welchem Bereich Ihres Lebens machen Sie aktuell die tiefste Erfahrung von Veränderung? Bitte beschreiben Sie, was diese Änderung für Sie oder Ihr unmittelbares Umfeld bedeutet:

Die größte Veränderung ist für mich, dass mein Mann nun rund um die Uhr zuhause ist und wir die Zeit zusammen als Familie verbringen können! Da wir unser zweites Kind erwarten und ich im letzten Schwangerschaftsdrittel bin, ist dies für mich eine große Entlastung! Für uns bedeutet das: viel gemeinsame Zeit, schöne Momente, aber auch Situationen, in denen es mal zu Reibereien kommt. Es herrscht bei uns totale Ausgangssperre und das heißt, es ist uns nur gestattet, das Haus für Einkäufe, Arzttermine oder sonstige wichtige Termine zu verlassen. Weder Großeltern, noch Freunde oder Bekannte dürfen wir treffen. Diese Situation ist eine ganz neue Erfahrung für uns und manchmal nicht sehr einfach.

Frage 2: Welche (neuen oder verschärften) Sorgen, welche Ängste begleiten Ihre jetzige Situation?

Ich muss sagen, dass ich persönlich kaum Ängste und Sorgen habe! Ich hoffe, dass wir und unsere Familien, Großeltern, Freunde das alles gut überstehen! Glücklicherweise sind wir gesund und leiden nicht an Vorerkrankungen! Für alle, die gesundheitliche Probleme haben, ist die Situation dramatisch und somit versuchen wir so gut es geht, durch unser Verhalten sie nicht zu gefährden!

Ich mache mir jedoch manchmal Gedanken über die bevorstehende Geburt, für die ich mich ins Krankenhaus begeben muss und nicht weiß, was mich dort erwartet! Aber ich bin positiver Dinge, dass alles gut gehen wird!

Frage 3: Können Sie persönlich der jetzigen Situation Positives abgewinnen, z.B. gewisse Erleichterungen, Befreiungen von Zwängen etc.? Gibt es etwas Konkretes, das Ihnen Hoffnung für die Zukunft „nach Corona“ gibt?

Die jetzige Situation ist für mich auch positiv. Wir haben das Glück, in einem schönen Haus mit Garten leben zu dürfen. Mein Mann unterstützt mich zuhause und wir haben viel gemeinsame Familienzeit! Unser kleiner Sohn genießt die Aufmerksamkeit beider Elternteile und er ist zum Glück noch zu klein, um zu verstehen, was gerade passiert! Ich schätze diese Zeit sehr und versuche, das Positive darin zu sehen, denn diese Ausnahme-Situation wird es wahrscheinlich nie wieder geben!

Für die Zukunft erhoffe ich mir, dass wir viele Sachen wieder mehr schätzen, zum Beispiel gemeinsame Zeit mit Familien und Freunden, die Natur, unser schönes Land, unsere Gesundheit vor allem und dass wir zufriedener sind mit dem was wir haben!

Frage 4: Was hilft Ihnen dabei, gut durch diese Situation zu kommen? Was stärkt Ihre Widerstandsfähigkeit? Gibt es neue Gewohnheiten oder alte, die Sie aufleben lassen, um Ihr Wohlbefinden zu stärken?

Es hilft uns sehr, telefonisch, meist über Videochat mit unseren Liebsten in Verbindung zu bleiben. Dass unser Sohn seine Großeltern somit auch sehen kann, ist für ihn jedes Mal ein Erlebnis! Wir versuchen einfach, jeden Tag so entspannend wie möglich zu gestalten und hoffen, dass bald alles so langsam wieder „normalisiert“ wird!

Mittwoch, 8. April 2020
Weiblich, Südtirol