Beitrag 2: Meine Erfahrungen zu COVID-19

Weiblich, 34 Jahre, Angestellte, Salzburg Stadt

Beitrag 28: Meine Erfahrungen zu COVID-19
Frage 1: In welchem Bereich Ihres Lebens machen Sie aktuell die tiefste Erfahrung von Veränderung? Bitte beschreiben Sie, was diese Änderung für Sie oder Ihr unmittelbares Umfeld bedeutet:

Ich bin seit zehn Jahren im Pension. Ich hatte ein sehr interessantes und vielfältiges Berufsleben im Bundesministerium für Land – und Forstwirtschaft (Name hat sich geändert). Ich war international viel unterwegs und ich habe in meiner Pension zwei Masterstudien an der Donau Universität Krems absolviert. Mir fehlt der Kontakt zur Familie, Freunde und die Kontakte bei der UNO in Wien. Ebenso musste ich einige Reisen absagen. Ebenso fehlen mir die Besuche von Oper und Konzerte, die Kultur. Aber ich weiß, das die Einschränkung unbedingt erforderlich ist, um selbst gesund zu bleiben und meine Mitmenschen nicht zu gefährden. Es wird eine andere Zeit kommen!

Frage 2: Welche (neuen oder verschärften) Sorgen, welche Ängste begleiten Ihre jetzige Situation?

Nur nicht krank zu werden, sodass ich die Jahre vor mir positiv und vielfältig erleben darf.

Frage 3: Können Sie persönlich der jetzigen Situation Positives abgewinnen, z.B. gewisse Erleichterungen, Befreiungen von Zwängen etc.? Gibt es etwas Konkretes, das Ihnen Hoffnung für die Zukunft „nach Corona“ gibt?

Das Positive dieser Zeit ist, dass man bescheidener wird. Ich habe große Bewunderung, Dankbarkeit und Respekt für den großen Einsatz unserer Ärzte, Pflegerinnen und sozialen Einrichtungen, aber auch für die klare Vorgabe unserer Politik. Ich wünsche mir, das so manches positives Verhalten unserer Mitmenschen auch nach Corona anhalten möge. Ein Umdenken ist dringend notwendig auch der Trend zur Bescheidenheit.

Frage 4: Was hilft Ihnen dabei, gut durch diese Situation zu kommen? Was stärkt Ihre Widerstandsfähigkeit? Gibt es neue Gewohnheiten oder alte, die Sie aufleben lassen, um Ihr Wohlbefinden zu stärken?

Meine wichtigste Kraft für diese Zeit ist mein Glaube, die Hoffnung, dass wir alle gut durch die schwierige Zeit hindurch kommen und das die Parteivertreter auch nach Corona menschlich miteinander umgehen. Ebenso wünsche ich mir, das die Medien und Journalisten menschlicher und fair mit Entscheidungsträger umgehen.

Für mich ist wichtig, dass ich bewusster meine Lebensgestaltung plane und ich mich über jeden gesunden Tag freue. Ich freue mich wieder sehr auf nette Begegnungen mit meiner Familie und Freunden. Ich möchte mich auch bei meinen Nachbarsfamilien, die mich jetzt umsorgen, entsprechend bedanken.

Dienstag, 7. April 2020
Weiblich, 76 Jahre, Pensionistin, Wien