Beitrag 2: Meine Erfahrungen zu COVID-19

Weiblich, 34 Jahre, Angestellte, Salzburg Stadt

Beitrag 26: Meine Erfahrungen zu COVID-19
Frage 1: In welchem Bereich Ihres Lebens machen Sie aktuell die tiefste Erfahrung von Veränderung? Bitte beschreiben Sie, was diese Änderung für Sie oder Ihr unmittelbares Umfeld bedeutet:

Ich bin in der Landwirtschaft tätig, dort erfahren wir kaum Einschränkungen. Hier in Südtirol müssen wir allerdings bei jedem Schritt außer Haus eine Selbsterklärung bei uns tragen, in der steht, warum und wieso wir das Haus verlassen. Die größte Veränderung erfahre ich im Moment im Privaten, da wir schon seit Wochen unsere Kinder und Enkelkinder nicht mehr sehen dürfen.

Frage 2: Welche (neuen oder verschärften) Sorgen, welche Ängste begleiten Ihre jetzige Situation?

In Italien möchte ich in der jetzigen Situation nicht krank werden und ins Krankenhaus kommen. Ich habe das Gefühl, dass Italien dieser Situation nicht gewachsen war und auch immer noch nicht ist. Meine größte Angst ist, dass sich Italien und auch Spanien nicht von dieser Situation erholen. Die EU müsste nun sehr viel mehr zusammenhalten. Ich befürchte auch, dass von den Hilfsgeldern nichts für die kleinen Unternehmen übrig bleibt. Ich glaube, dass nur große und zuvor schon starke Firmen eine Überlebenschance haben. Ich habe richtig Angst, dass es in Italien, vor allem im Süden, nach der Coronakrise zu einer großen Not kommt, sowohl was Arbeitslosigkeit als auch Hunger betrifft.

Frage 3: Können Sie persönlich der jetzigen Situation Positives abgewinnen, z.B. gewisse Erleichterungen, Befreiungen von Zwängen etc.? Gibt es etwas Konkretes, das Ihnen Hoffnung für die Zukunft „nach Corona“ gibt?

Für mich gibt es im Moment nur einen positiven Effekt: Die Umwelt und die Natur. Allerdings bin ich auch überzeugt, dass es nach der Krise noch schlimmer wird bezüglich Umweltverschmutzung.

Frage 4: Was hilft Ihnen dabei, gut durch diese Situation zu kommen? Was stärkt Ihre Widerstandsfähigkeit? Gibt es neue Gewohnheiten oder alte, die Sie aufleben lassen, um Ihr Wohlbefinden zu stärken?

Ich glaube, dass ich „nach Corona“ sicher weiterhin bewusster leben werde. Früher bin ich planlos mit dem Auto irgendwohin gefahren. Das geht jetzt nicht mehr, und das möchte ich auch nicht mehr so machen, einfach weil es nicht notwendig ist. Ich mache auch mehr Zuhause und helfe meiner Frau mehr im Garten und im Haushalt.

Montag, 6. April 2020
Männlich, 65 Jahre, pensionierter Landwirt, Kortsch, Vinschgau (Südtirol)