Beitrag 2: Meine Erfahrungen zu COVID-19

Weiblich, 34 Jahre, Angestellte, Salzburg Stadt

Beitrag 22: Meine Erfahrungen zu COVID-19
Frage 1: In welchem Bereich Ihres Lebens machen Sie aktuell die tiefste Erfahrung von Veränderung? Bitte beschreiben Sie, was diese Änderung für Sie oder Ihr unmittelbares Umfeld bedeutet:

Mein Mann und ich befinden sich derzeit im Home-Office. Die Kinder sind seit drei Wochen zu Hause und müssen außerschulisch ihren Hausaufgaben machen. Kinderbetreuung, beim Hausaufgaben helfen, Homeoffice, Arbeitspensum erfüllen, die Familie ist nun 24 Stunden jeden Tag zusammen etc. Das sind große Herausforderungen für die gesamte Familie.

Den Kindern fehlen die sozialen Kontakte sehr.

Frage 2: Welche (neuen oder verschärften) Sorgen, welche Ängste begleiten Ihre jetzige Situation?

Mein Mann ist selbstständig und lebt vom Tourismus. Er hat seit der Coronakrise kein Einkommen. Da der Tourismus längere Zeit eingeschränkt werden wird, wissen wir nicht, wann mein Mann wieder sein Geschäft öffnen kann. Wir haben Miete zu zahlen und machen uns Sorgen wie das zukünftig finanziell zu stemmen sein wird.

Frage 3: Können Sie persönlich der jetzigen Situation Positives abgewinnen, z.B. gewisse Erleichterungen, Befreiungen von Zwängen etc.? Gibt es etwas Konkretes, das Ihnen Hoffnung für die Zukunft „nach Corona“ gibt?

Entschleunigung, weniger Stress in der Früh (man nimmt sich mehr Zeit zum Frühstücken), Stille (kaum Autoverkehr, kein Flugzeug zu hören), weniger Hektik (das Hetzen von A nach B fällt weg).

Umdenken bei der Umweltverschmutzung, Besinnung auf das Wesentliche (wir sind alle gesund und es geht uns trotz Corona gut), Wertschätzung des Hier und Jetzt.

Frage 4: Was hilft Ihnen dabei, gut durch diese Situation zu kommen? Was stärkt Ihre Widerstandsfähigkeit? Gibt es neue Gewohnheiten oder alte, die Sie aufleben lassen, um Ihr Wohlbefinden zu stärken?

Täglich an die frische Luft, spazieren gehen (in den Wald), tägliche Struktur und Routine, vermehrt Aktivitäten mit der Familie, Dinge im Haus erledigen, die man schon lange aufgeschoben hat. Mit Freunden telefonieren. Bewusste Auszeiten (Kaffee auf der Terrasse, Buch lesen, das Frühlingserwachen der Natur beobachten).

Montag, 6. April 2020
Weiblich, Salzburg