Beitrag 2: Meine Erfahrungen zu COVID-19

Weiblich, 34 Jahre, Angestellte, Salzburg Stadt

Beitrag 19: Meine Erfahrungen zu COVID-19
Frage 1: In welchem Bereich Ihres Lebens machen Sie aktuell die tiefste Erfahrung von Veränderung? Bitte beschreiben Sie, was diese Änderung für Sie oder Ihr unmittelbares Umfeld bedeutet:

Wegfall von Terminen und Verpflichtungen außerhalb des Hauses (davon ausgenommen Arbeit im Home-Office). Die Bedeutung für mich: Das Reduzieren auf Kernaufgaben im „Haus“, die Wertschätzung von Beziehungen erlebe ich als positive Erfahrung.

Umfeld: „vor Corona“ standen wir ständig mittels Technik (Telefon, Email, soziale Netzwerke etc.) in Verbindung; heute merken wir, dass diese Verbindung vor allem von persönlichen Kontakten lebendig gehalten wurde.

Frage 2: Welche (neuen oder verschärften) Sorgen, welche Ängste begleiten Ihre jetzige Situation?

Sorgen um diejenigen, die schon „vor Corona“ nur gerade mal genug für einen Tag hatten und jetzt nicht mal mehr das. Sorge, dass die Mächtigen wieder genauso mächtig oder noch stärker werden als zuvor. Befürchtung, dass die Chance vergeben wird, jetzt neue Regeln aufzustellen, die ein gutes Leben für die Mehrheit fördern.

Frage 3: Können Sie persönlich der jetzigen Situation Positives abgewinnen, z.B. gewisse Erleichterungen, Befreiungen von Zwängen etc.? Gibt es etwas Konkretes, das Ihnen Hoffnung für die Zukunft „nach Corona“ gibt?

Positiv ist für mich zu sehen, dass die Natur auch ohne den Menschen auskommt, zu sehen, wie sie aufatmet, zu erfahren, dass sie am Shutdown der menschlichen Systeme vorbeiblüht, wie es ihrem Rhythmus entspricht.

Hoffnung: die Menschen sind wirklich erschüttert; jede Krise hat auch einen positiven Impact.

Frage 4: Was hilft Ihnen dabei, gut durch diese Situation zu kommen? Was stärkt Ihre Widerstandsfähigkeit? Gibt es neue Gewohnheiten oder alte, die Sie aufleben lassen, um Ihr Wohlbefinden zu stärken?

Dankbarkeit, Gebet, Sport, Strukturen, der andere Mensch in meinem Haus! Aber auch: mein privilegiertes Leben in einem Land wie Österreich.

Sonntag, 5. April 2020
Weiblich, 53 Jahre, NGO, Thalgau