Beitrag 2: Meine Erfahrungen zu COVID-19

Weiblich, 34 Jahre, Angestellte, Salzburg Stadt

Beitrag 18: Meine Erfahrungen zu COVID-19
Frage 1: In welchem Bereich Ihres Lebens machen Sie aktuell die tiefste Erfahrung von Veränderung? Bitte beschreiben Sie, was diese Änderung für Sie oder Ihr unmittelbares Umfeld bedeutet:

Im beruflichen Bereich: durch eine sehr grundsätzliche Umstellung der Arbeitsweise, sehr abrupte Umstellung auf Home-Office von einer Arbeit, die vom täglichen Kontakt und Austausch mit Menschen geprägt ist/war. Natürlich auch im privaten Bereich, aber das können wir ganz gut kompensieren durch häufiges Telefonieren, Umorganisieren etc.

Frage 2: Welche (neuen oder verschärften) Sorgen, welche Ängste begleiten Ihre jetzige Situation?

Die Sorge um Menschen im unmittelbaren Umfeld. Trotzdem „bestimmen“ sie meine Situation nicht, sondern sorgen dafür, dass ich Kontakt halte, nachfrage, Hilfe anbiete, rede etc.

Frage 3: Können Sie persönlich der jetzigen Situation Positives abgewinnen, z.B. gewisse Erleichterungen, Befreiungen von Zwängen etc.? Gibt es etwas Konkretes, das Ihnen Hoffnung für die Zukunft „nach Corona“ gibt?

Vieles: Dankbarkeit, in einer – trotz allem – sehr privilegierten Position zu sein und Arbeit zu haben; mehr Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft, mehr Kontakte und Telefonate mit FreundInnen, Familie; Dankbarkeit und Zusammenhalt generell; sehr konstruktive Zusammenarbeit im beruflichen Umfeld. Auch eine Zeit lang auf so viele Kundenkontakte verzichten zu müssen, ist prinzipiell (solange vorübergehend) keine schlechte Erfahrung. Und es ist auch schön zu sehen, wie sich so viele Menschen bemühen, aus der Situation das Beste zu machen.

Für die Zeit nachher hoffe ich, dass wenigstens manches davon bleibt: von der Rücksichtnahme und dem Zusammenhalt, der konstruktiven Zusammenarbeit – und ein etwas „entschleunigteres“ Leben.

Sonntag, 5. April 2020
Weiblich, 41 Jahre, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Salzburg Stadt