Was die Gesellschaft zusammenhält

10.12.2012
Was die Gesellschaft zusammen hält, ist die Utopie.

(Salzburg,10.12.2012) Sängerin und Rapperin Mieze Medusa stellt fest, dass die Widersprüche in unseweb-was die Gesellschaft zusammen hältrer Gesellschaft groß sind, während die Solidarität in unserer Gesellschaft schwindet. Sie begeisterte das Publikum im Rahmen des Gesprächsabends zum Thema „Was unsere Gesellschaft zusammenhält“ mit Autorin Kathrin Hartmann und Social Entrepreneur Andreas Heinecke, durch einen Poetry-Slam. Dieser rhythmisch vorgetragene Text reiht ein Beispiel an das andere, in der sich die Utopie selbst regelt – so wie es der Staat nicht tut.

Auch Kathrin Hartmann ist überzeugt, dass es ohne Utopie nicht geht. Sie plädiert auf Systemveränderung. Utopie heißt für sie nicht, dass es nicht machbar ist. Sie warnt davor zu denken „jede/r kann es schaffen“ und jede/r hat die Möglichkeit zur Veränderung aus dem individuellen Handeln heraus. Sie sagt, dass „Gleichheit und Gerechtigkeit“ und die „Chance auf ein gutes Leben“ die Gesellschaft zusammen halten. Nur ein selbstbestimmtes Leben für jede/n – ohne Hunger, ohne Leiden, mit gleichen Rechten und Pflichten-  schafft eine Gesellschaft, in der „jeder  dem anderen die Butter auf dem Brot zu gönnt“.

Dem entgegnet Andreas Heinecke: Wandel ist primär nur im kleinen privaten Lebensraum möglich. „Alles, was wir tun, steht in Form von einer Referenz – und mein Verhalten sprengt den Rahmen oder respektiert ihn.“ Er erzählt von außergewöhnlichen Geschichten, die in Somalia, Tokyo und in OÖ spielen, die zeigen, alle Protagonisten haben Handlungsfähigkeit im unmittelbaren Umfeld.

Geschichten als Lebensratgeber findet Mieze Meduser gut. Allerdings plädiert Sie darauf, die Geschichten der Mitte zu erzählen, nicht jene wenigen, die außergewöhnlich sind. Denn die Mitte ist das, was die Gesellschaft ist und was sie ausmacht. Wie gut die Gesellschaft zusammenhält, erfährt man von der Mitte – auch wenn hier weniger außergewöhnliche Einzelfälle nachzulesen sind.

Der öffentliche Gesprächsabend „Was unsere Gesellschaft zusammen hält“ fand am Montag den 10. Dezember 2012 in St. Virgil Salzburg statt. Er wurde veranstaltet vom internationalen forschungszentrum für soziale und ethische fragen (ifz), dem Zentrum für Ethik und Armutsforschung (ZEA), der Salzburger Ethik Initiative (SEI) in Kooperation mit Österreichs erstem Sozialfestival „Tu was, dann tut sich was.“ und St. Virgil Salzburg, gefördert von der Österreichischen Gesellschaft für politische Bildung. Der Gesprächsabend wurde moderiert von Prof. DDDr. Clemens Sedmak, der auch die zweitägige internationale Konferenz zum Thema „strengthening intangible infrastructures“ leitet.

Ein Video zur Veranstaltung finden Sie hier in Kürze.