Veranstaltungsreihe “Local Knowledge” 20. bis 22. November 2013, Bildungshaus St. Virgil

20.11.2013
Veranstaltungsreihe LOKALES WISSEN (Local Knowledge)

20. bis 22. November 2013, St. Virgil

Die Veranstaltungsreihe LOKALES WISSEN (Local Knowledge) soll  eine Landkarte des Diskurses über Lokales Wissen aufzeigen und unterschiedliche Arten und Orte des Diskurses miteinander in produktiven Austausch bringen.

Workshop „Lokales Wissen – unverzichtbare Ressource für gutes Zusammenleben“
20. November 2013

Vertreterinnen und Vertreter  unterschiedlicher Salzburger Institutionen wie Bewohnerservices, Vereine und Initiativen zur Förderung von Bürgerbeteiligung und Nachbarschaft diskutieren wie sich lokales Wissen äußern kann und Aspekte seiner praktischen Anwendbarkeit .

Podiumsdiskussion „Wissenssterben“
Mittwoch, 20. November 2013, 19.00 Uhr

Öffentliche Podiumsdiskussion mit dem Musiker Hubert von Goisern und Franz Karl Prüller (ERSTE Stiftung). Moderiert von Univ.-Prof. DDDr. Clemens Sedmak.

Wissen ist Macht, und diese Macht findet sich oft in urbanen Zentren mit ihren Eliten, Konzernen, Universitäten. Neue Technologien überschwemmen die Dörfer und entwerten handwerkliches Wissen, Gesundheitswissen, Traditionswissen. Das mag manchmal gut und wichtig sein, wirft auch aber viele Fragen auf. Denn Macht definiert auch Wissen und bestimmt, welches Wissen wertvoll und nutzbar ist. Das lokale Wissen in den Dörfern wird in der Folge häufig durch elitäres städtisches Wissen ersetzt. Dabei stirbt lokales Wissen, ähnlich wie Sprachen oder bestimmte Pflanzenarten aussterben können. Das Wissen etwa um Handwerk, Anbau, Kochen und Heilen geht verloren oder gilt als überholt. Was geschieht, wenn dieses Wissen untergeht? Wissen wir eigentlich, was wir an lokalem Wissen haben? Dieser Frage nach Wert und Grenzen des lokalen Wissens geht dieser Abend nach.

Internationale Konferenz „Appreciating Local Knowledge“
21. und 22. November 2013

Wissenschaftliche Konferenz mit internationalen Vortragenden aus Brasilien, Deutschland, Ghana, Großbritannien, Indien, Kanada, Österreich, Rumänien, USA und Weißrussland.

Unterschiedliche Disziplinen der Sozial-, Natur- und Geisteswissenschaften, etwa Sozialanthropologie, Sozialgeographie, Armuts- und Ungleichheitsforschung, aber auch Ethnologie, Soziologie, Geschichte oder Literaturwissenschaft beschäftigen sich mit Fragen Lokalen Wissens. Aber nicht nur in den Wissenschaften, auch in der Stadt- und Regionalentwicklung werden der Wert lokal verankerten – und dabei nicht immer expliziten – Wissens und seine Implikationen für das Zusammenleben gesehen. Neben epistemologischen Fragen des Verhältnisses von Lokalem zu Wissenschaftlichem Wissen werden dabei die Bedeutung von räumlichen ebenso wie sozialen Rahmenbedingungen für die Entstehung von Wissen und seine Wirksamkeit diskutiert. Darüber hinaus gilt ein besonderes Augenmerk der Tradierung von nicht-institutionalisiertem Wissen, etwa mit kulturellen Mitteln.

Die Ergebnisse dieser Tagung werden veröffentlicht: Im Herbst 2014 soll ein Sammelband mit dem Titel „Appreciating Local Knowledge“ im britischen Verlag Cambridge Scholars Publishing erscheinen, der die Präsentationen und interdisziplinären Diskussionen aufbereitet.

Veranstalter: