Gottfried Schweiger

Arbeit und Anerkennung: Typisch atypisch. Eine anerkennungstheoretische Perspektive

Anerkennung als Maßstab kritischer Gesellschafttheorie
Der These Axel Honneths (1994) folgend stellt wechselseitige Anerkennung die Grundlage menschlicher Identitätsentwicklung dar. Die Erfahrung von Anerkennung in seinen verschiedenen Formen ist somit essentiell für den Aufbau und Erhalt gelingender Subjektivität. Anerkennung kann daher als Maßstab kritischer Gesellschaftstheorie dienen.

Arbeit und Anerkennung
Es ist interessant Arbeit unter dem Aspekt der Anerkennung zu analysieren, da ihr v.a. in Form der Erwerbsarbeit hierbei großer Bedeutung zukommt: einmal als anthropologisches Wesensmerkmal des Menschen im Allgemeinen und weiters innerhalb moderner Gesellschaften als Quelle des Lebensunterhalts, der sozialen Absicherung, der bürgerschaftlichen Integration wie von Selbstwertgefühl und Sinngebung.

Neue Formen der Arbeit bedeuten strukturellen Verlust an Anerkennung
In den letzten Jahren führten Atypisierung von Beschäftigungsverhältnissen und die Umsetzung neuer, flexibler Formen der Organisation von Arbeit zu einer zunehmenden Veränderung der Arbeits- und Lebensverhältnisse vieler Beschäftigten. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die anerkennungstheoretischen Dimensionen von Arbeit, stellt wesentliche Veränderungen der Arbeitswelt durch Entstandardisierung und Atypisierung dar und zeigt Gefahrenpotenziale dieser Veränderungen auf, die schließlich anerkennungstheoretisch gedeutet werden können. Sie zeugen von der Gefahr einer bereits feststellbaren strukturelle Missachtung von immer mehr Menschen.

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