Tu was, dann tut sich was, Lungau

“Tu was”- Jahr im Lungau geht zu Ende

Das „Tu was“-Jahr geht mit Dezember 2011 im Lungau zu Ende. Viele tolle Projekte wie beispielsweiseRollstuhltisch-Wieland die MiniBibliothek, die Schule der Nachhaltigkeit, das Tauernroggenfest oder das Filmprojekt „früher“ wurden verwirklicht. Die Unterstützer mit dem Namen „Sinnstifter“ kamen am 20. und 21. Oktober in den Lungau, um zu sehen, was sich bei einigen der 66 „Tu was“-Projekte getan hat.

„Eine ganze Menge hat sich getan“, merkten Katharina Turnauer (Turnauer Privatstiftung), Michael Fembek (ESSL Foundation) und Vorstandsdirektor Rupert Dollinger (ERSTE Stiftung) beim Besuch der Projekte an. Als in der idyllisch verschneiten Landschaft am Prebersee in Tamsweg der erste Picknicktisch für Rollstuhlfahrer aufgestellt wird, ist Katharina Turnauer sichtbar beeindruckt: „Das Geld der Sinnstifter bewegt etwas – und am Ende weiß man nicht mehr, wer gibt und wer nimmt!“ Ziel der Projektinitiatoren von Peter Fuchsberger und Max Rossberg ist es, in jeder Lungauer Gemeinde einen Picknicktisch aufzustellen. Bürgermeister Ing. Alois Lankmayer freut sich über den ersten rollstuhlfreundlichen Picknicktisch: „Dieses Projekt wäre über die Politik nicht finanzierbar gewesen, hier braucht es Initiativen wie die von „Tu was, dann tut sich was“.

Regionalmanager Josef Fanninger blickt mit Freude auf den rollstuhlgerechten Picknicktisch und auf viele weitere Projekte, die durch „Tu was“ im Lungau entstanden sind. So zum Beispiel der Treffpunkt Second Hand Laden in St. Michael, der ebenfalls dieses Wochenende eröffnet wurde. Der Shop ermöglicht es Einheimischen und Ausländern, günstige Kleidung frei von Stigmatisierung einzukaufen. Fritz Messner unterstützte dieses Vorhaben mit vollem Einsatz, er sang zur Shop-Eröffnung der neuen Räume am Marktplatz 1 in St. Michael.

Der Lungau hat es vorgemacht, was es bedeutet, eine „Region gelebter Menschlichkeit“ zu sein. Viele Regionen werden es dem Lungau noch nachmachen. Zugegeben, die neue Region wird es nicht ganz einfach haben, hat doch der Lungau die Messlatte sehr hoch gelegt, so Fanninger. Gerfried Tiffner, Regionalmanger der „Tu was“-Folgeregion, war ebenfalls aus der Steirischen Eisenstraße in den Lungau gereist. Er zeigte sich beeindruckt von der entstanden Projektvielfalt und von der professionellen Abwicklung. „Die Steirische Eisenstraße wird es nicht einfach haben, da bestehende Probleme der Abwanderung und Überalterung verschärft sind und die Wirtschaftlichkeit der Region im vergangen Jahrhundert stark abgenommen hat. „Tu was, dann tut sich was“ bietet viele Möglichkeiten – diese Chance wollen wir ähnlich wie der Lungau nützen!“

Am Internationalen Forschungszentrum (ifz), dessen Präsident „Tu was“-Ideengeber Prof. Sedmak ist, werden Auswirkungen, Art und Form der „Weltverbesserung im Kleinen“ untersucht. Wissenschaftliche Ergebnisse aus Sozialgeografie und Armutsforschung sind bis Ende 2012 zu erwarten. Von 3. bis 5. November 2011 präsentiert die inhaltlich-wissenschaftliche Begleitung des Sozialfestivals erste Ergebnisse bei uni:hautnah im Europark.