Gemeinnützige Tätigkeit für Flüchtlinge in Gemeinden

Das ifz untersucht, welchen Beitrag gemeinnützige Beschäftigung für die soziale Integration von asylsuchenden Menschen in Salzburger Gemeinden leisten kann. Partner ist das Rote Kreuz Salzburg. 

Eine große Anzahl von Menschen ist in den letzten Jahren und Monaten nach Österreich geflüchtet – auf der Suche nach Schutz, Sicherheit und einem menschenwürdigen Leben. Viele dieser Menschen werden auf Dauer in Österreich bleiben. Nicht zuletzt deshalb stellt sich die Frage, wie es gelingen kann, sie gut in unserer Gesellschaft aufzunehmen. Dieser Prozess ist immer wechselseitig zu denken: Natürlich braucht es die Bereitschaft und den Willen der geflüchteten Menschen, einen Beitrag zum gelingenden Zusammenleben zu leisten. Mindestens genauso wichtig sind jedoch die Rahmenbedingungen, die ihnen geboten werden. Erfolgreiche Inklusion kann nur gelingen, wenn die „Aufnahmegesellschaft“ Chancen und echte Optionen für Menschen eröffnet, die in Österreich ankommen und sich eine neue Existenz aufbauen wollen. Die Teilnahme am Arbeitsmarkt nimmt bei der Sozialintegration eine Schlüsselrolle ein, ist jedoch in der Regel erst nach Abschluss des Asylverfahrens möglich.

Das Rote Kreuz Salzburg sieht deshalb großes Potential in der gemeinnützigen Beschäftigung in Gemeinden, welche für AsylwerberInnen zugänglich ist. Geflüchtete Menschen betätigen sich dadurch schon während des Asylverfahrens sinnvoll und knüpfen Kontakte mit den Menschen „vor Ort“. Darüber hinaus lernen sie einen anderen „Alltag“ kennen, verbessern ihre Sprachkompetenz und entwickeln viele weitere wertvolle Fähigkeiten, die auch für die spätere Integration in den Arbeitsmarkt gebraucht werden.

Die genauen Wirkungen von gemeinnütziger Beschäftigung in diesem Feld sind jedoch noch nicht ausreichend durch Forschung untermauert worden. Deshalb begleitet das ifz die Aktivitäten des Roten Kreuzes Salzburg in diesem Bereich über die nächsten beiden Jahre wissenschaftlich. Ziel ist es, herauszufinden, unter welchen Bedingungen geflüchtete Menschen durch gemeinnützige Beschäftigung den Anschluss an die lokale Gemeinschaft erreichen können. Dabei geht es sowohl um die Wahrnehmung dieser Menschen selbst als auch um die Perspektive der GemeindebürgerInnen. Die Ergebnisse des Projektes sollen in zukünftige Programme des Roten Kreuzes Salzburg Eingang finden und auch für das Land Salzburg wertvolle Erkenntnisse liefern.

Miriam Foidl betreut das Projekt „Gemeinnützige Beschäftigung von Asylwerbenden“.