Demokratie, Ambiguität, Religion

Neuer Forschungsschwerpunkt am ifz

Was braucht eine Demokratie, um langfristig funktionieren zu können? Diese Frage wird derzeit viel diskutiert. Dabei wird gern darauf verwiesen, dass die Demokratie auf einen Konsens über die geltenden Werte angewiesen ist. Weniger Aufmerksamkeit findet dagegen die Frage, welche persönlichen Kompetenzen und Einstellungen sie bei den einzelnen BürgerInnen voraussetzt.

Diesem Thema wenden wir uns hier am ifz mit einem neuen Forschungsschwerpunkt zu. Unsere Wissenschafterinnen und Wissenschafter untersuchen dabei, welcher Stellenwert einem konstruktiven Umgang mit Komplexität und Widersprüchlichkeit – kurz: Ambiguitätstoleranz – zukommt, damit Demokratie gelingen kann. Die Ausgangsvermutung lautet: Das Wissen um freiheitliche Werte und die Kenntnis demokratischer Verfahren allein garantieren noch keine stabile Demokratie. Angesichts der Wirklichkeit anhaltender Wertkonflikte und langwieriger Entscheidungsprozesse bedarf es der Fähigkeit bei allen Beteiligten, komplexe Situationen aktiv auszuhalten.

Auch geht es um die Frage, ob der religiöse Glaube womöglich einen Weg darstellt, eine Toleranz einzuüben gegenüber undurchschaubaren Situationen und der Vielfalt von Perspektiven.

ifz-Fachgespräch am 3. und 4. Mai.

03.05.2019 03.05.2019

Am Freitag und Samstag, dem 3. und 4. Mai, findet am ifz ein interdisziplinäres Fachgespräch statt, das sich den Themen Ambiguitätstoleranz, Demokratie und Religion widmet. Erwartet werden Experten aus Psychoanalyse und Soziologie, aus politischer Bildungsarbeit, Sozialphilosophie und Theologie.

Zu den Vortragenden gehören neben ifz-Wissenschafterin und Theologin Annette Langner-Pitschmann auch Raphael Susewind (Soziologie, London), Karoline Scharpenseel (Sozialphilosophie), Regina Miltner (Psychoanalyse), Michael Schneider-Velho (Politische Bildung) und Andreas Telser (Theologie).

Das ausführliche Programm und die Themen des Fachgesprächs erfahren Sie in Kürze hier.

Bei Interesse an einer Teilnahme am Fachgespräch melden Sie sich bitte bei Frau Annette Langner-Pitschmann an! Herzlichen Dank!