Gute Kindheit

Kindern gemeinsam mehr Chancen eröffnen
Ein Kooperationsprojekt mit Rettet das Kind Salzburg

rettet das kindIm Projekt „Wirkungsorientierte Qualitätsentwicklung“ begleitete das ifz die Kinderhilfsorganisation „Rettet das Kind Salzburg“ bei der Entwicklung des Computerprogrammes „DRE. – Dokumentation . Reflexion . Evaluation“. Die Software unterstützt mittlerweile die Fachkräfte in ihrer täglichen Arbeit, indem sie dabei hilft, den Prozess der Hilfe systematisch abzubilden und zu reflektieren.

Ein zentrales Anliegen des Projektes war es, herauszufinden und zu konkretisieren, welche Wirkungen mit den Unterstützungsmaßnahmen, die von „Rettet das Kind“ eingesetzt werden, erzielt werden sollen. Oder anders formuliert: Wie sieht ein gutes Leben aus, das den Kindern und Jugendlichen ermöglicht werden soll? Wir näherten uns dieser Frage aus verschiedenen Perspektiven. Einerseits arbeiteten wir mit Fachliteratur und einflussreichen Dokumenten. So bezogen wir die UN-Kinderrechtskonvention, die sozialphilosophische Theorie des Fähigkeitenansatzes sowie verschiedene Wirkungsstudien in der Heimerziehung in unsere Überlegungen mit ein. Andererseits war der Forschungsprozess offen und partizipativ gestaltet. Sowohl MitarbeiterInnen von Rettet das Kind als auch Kinder und Jugendliche konnten Ihre Sicht auf das „gute Leben“ und seine Bedingungen einbringen.

Im Forschungsprozess identifizierten wir zehn Bereiche, die für das menschliche Leben zentral sind (siehe Poster). Es ist folglich von großer Bedeutung, dass den Kindern und Jugendlichen entsprechende Möglichkeiten und Handlungsspielräume eröffnet werden. Diese zehn „Fähigkeiten-Dimensionen“ finden durch die Software auf drei verschiedenen Ebenen Eingang in den Hilfsprozess. Bei der Dokumentation besteht die Möglichkeit, den eingegebenen Text einer Dimension zuzuordnen. So bekommt man einen Überblick über die Bereiche, die bei einem Kind häufig angesprochen bzw. tendenziell vernachlässigt werden. Die BetreuerInnen werden dadurch auf Häufungen aufmerksam und können gegebenenfalls ausgleichende Maßnahmen ergreifen. Diese Reflexion ist in der Praxis besonders wichtig, da durch die Herausforderungen des Alltags schnell die Bandbreite der Ziele der Organisation übersehen werden kann. In der Hilfeplanung lassen sich die Dimensionen als Orientierungspunkte für die sozialpädagogische Arbeit einsetzen. Bei einem Erstgespräch werden die Kinder und Jugendlichen über die Vielfalt der sozialpädagogischen Ziele informiert. Sie haben darüber hinaus die Gelegenheit, ihre eigenen Ziel- und Wertvorstellungen einzubringen und selbst konkrete Schwerpunkte zu formulieren, die ihnen besonders wichtig erscheinen. Das sonst meist formale Hilfeplangespräch wird so aufgewertet und enthält eine andere Qualität. Und schließlich werden die Fähigkeiten-Dimensionen für die Evaluierung eingesetzt. Sowohl die Kinder und Jugendlichen als auch die BetreuerInnen werden in regelmäßigen Abständen nach ihrer Einschätzung der Wirkungen des Hilfeprozesses in den verschiednen Bereichen befragt. Daraus ergibt sich ein vielschichtiges Bild, das als Grundlage für einen konstruktiven Dialog zur Gestaltung des weiteren Vorgehens dient.

Zusätzliche Informationen: Poster „Kindern gemeinsam mehr Chancen eröffnen“

Rettet_das_Kind_Poster

Ergebnisse des Fachgesprächs: “Der Wert einer ruhigen Kindheit”


17.04.2013

Am 10. und 11. April 2013 fand am internationalen forschungszentrum für soziale und ethische fragen (ifz) Salzburg ein Expertengespräch zum Thema „Der Wert einer ruhigen Kindheit für eine gedeihliche Gesellschaft“ statt. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Verein KiBeHaus – Raum für Kinder“ organisiert.

Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen und Arbeitsbereichen diskutierten das Phänomen, dass Eltern ihre Kinder schon möglichst früh an unterschiedlichsten Aktivitäten teilhaben lassen, dabei jedoch eine „ruhige Kindheit“ oft auf der Strecke bleibt.

Fachgespräch: „Der Wert einer ruhigen Kindheit“, ifz Salzburg, 10. und 11. April 2013

10.04.2013 10.04.2013

Wie wichtig die Gestaltung eines guten Erziehungsumfeldes für eine gedeihliche Gesellschaft ist, diskutieren Experten aus unterschiedlichen Disziplinen am 10. und 11. April 2013 bei einem internen Fachgespräch am ifz.