Zukunftsstudie der Jungen Industrie Salzburg vom ifz erstellt

Rückblick: Arbeit 2030: Was fordert die Zukunft?

Wie sieht die Arbeit in Zukunft aus? Was muss das Bildungssystem im Jahr 2030 und später leisten? Welche JI050612042Qualifikationenhaben die Beschäftigten der Zukunft? Trends, Prognosen und Herausforderungen für das Bildungssystem sind der Kern der von Univ. Prof. DDDr. Clemens Sedmak vom Internationalen Forschungszentrum für soziale und ethische Fragen (ifz) erstellten Studie, die die JI in Auftrag gegeben hat. Die Studie zeigt, dass Beschäftigte der Zukunft älter sein werden als heute, aus unterschiedlichen Kulturen stammen und vor allem ein gesteigertes Wissens- und Qualifikationsniveau besitzen. Unternehmen, Märkte und Beschäftigte werden sich mit dem Aufstieg Chinas zu Wirtschaftsmacht Nr. 1 auf eine verstärkte Globalisierung einstellen müssen.
JI05061233
Innovation als Schlüssel
Flexibilität im Umgang mit neuen Technologien und Produktionsformen wird noch wichtiger werden. Nur wer rasch auf Anforderungen von Kunden und Märkten reagieren kann, wird erfolgreich sein, so der Studienautor. Innovation wird der Schlüssel zum Erfolg sein, weshalb innovative Mitarbeiter künftig noch stärker gefördert werden.
JI05061212
Bildung statt Unterricht
Teamwork, personalisiertes und lebenslanges Lernen sowie Persönlichkeitsbildung werden für die Bildung der Zukunft essentiell sein. Bildung kann für die nächsten Generationen nicht mehr auf Erwerb von „Bildungsbescheinigungen“ reduziert werden. Beständige Weiterbildung und Flexibilität sind in Zukunft die Schlüssel zum Erfolg. Andi Wimmer, Vorsitzender derJI05061207 JI-Salzburg, erkennt darin den klaren Auftrag, das heimische Bildungssystem auf völlig neue Beine zu stellen. „Stärken, Begabungen und Neugier zu fördern soll im Mittelpunkt der Ausbildungsstätten von morgen stehen und das über alle Bildungseinrichtungen hinweg. Ideologisch gefärbte Diskussionen über Schultypen sind fehl am Platz“, sagt Wimmer.

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung wird die Fähigkeit zur Selbstsorge immer wichtiger werden, zeigt die JI-Studie. Jeder Mensch sollte deshalb die Fähigkeit entwickeln, gut mit sich selbst umzugehen, um auf Dauer gut arbeiten und leben zu können. Die Unsicherheiten im globalen Gefüge von Wirtschaft, Politik und Klimawandel werden der Gesellschaft die Fähigkeit zu Resilienz noch stärker abverlangen. Sozialer Sinn, Kontrollsinn und Sinn für Richtung und Entwicklung müssen laut der Studie gefördert werden, um die Resilienzfähigkeit zu steigern. Der Studienautor Univ. Prof. DDDr. Clemens Sedmak betont auch, dass die Arbeit „bunter“ und „älter“ werde. „Die Arbeitsplatzgestaltung muss individualisiert werden, um auf die Bedürfnisse von Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen Rücksicht zu nehmen“, so Sedmak.

Interkulturelle Herausforderung
Die wachsende Bedeutung des Islam und die Entwicklung anderer Religionen wird Glaubensrichtungen auch am Arbeitsplatz zum Thema machen. Die Bedeutung von Religion wächst nicht nur in Krisenzeiten, bestätigt die Zukunftsstudie. „Arbeit braucht Pluralismusfähigkeit, die Fähigkeit, mit verschiedenen Kulturen und Religionen umzugehen“, sagt Sedmak.

JI-Wimmer: „Wir brauchen das beste Bildungssystem.“
„Die Studie der Jungen Industrie Salzburg hat sehr klar umrissen, wo die Herausforderungen für das Bildungssystem der Zukunft liegen“, sagt Andi Wimmer. Wir brauchen eine grundlegende Reform vom Kindergarten bis zu den Hochschulen. Unser Bildungssystem muss zu den besten der Welt gehören. Nur Durchschnitt ist zu wenig“, mahnt Wimmer. Er fordert deshalb eine Neugestaltung bzw. Aktualisierung der zum Teil veralteten Bildungspläne, um den Anforderungen und Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden zu können. Kindergarten und Schule müssen die Potenziale und Begabungen des Einzelnen erkennen, entwickeln und eine individuelle Förderung und Forderung möglich machen.

Pädagogen aufwerten
„Die wichtigsten Akteure im Bildungsbereich sind unsere Pädagoginnen und Pädagogen. Sie und ihre Arbeit müssen aufgewertet werden“, fordert Wimmer. Konkret sollen sie mehr Zeit für die Kinder zur Verfügung haben und weniger für Bürokratie aufwenden müssen. Dazu gehören auch optimale Gruppengrößen und die Unterstützung durch Expertinnen und Experten aus den verschiedensten Bereichen, wie Psychologen oder Sozialarbeiter.

Bildungsmanagement und Qualitätssicherung
Gerade der Bereich Bildung braucht eine Professionalisierung im Management. Die Kindergarten- und Schulverwaltung muss verschlankt werden. Zugleich ist mehr Autonomie der Bildungsstandorte sowie mehr Verantwortung und finanzieller Mitteleinsatz dort, wo Bildungsqualität entsteht, wesentlich. Effizienzsteigerungen können auch durch eine einheitliches, leistungsorientiertes Dienst- und Besoldungsrecht aller Pädagogen erreicht werden. Zudem fordert Andi Wimmer, dass die Finanzierung und der Hoheitsbereich der Pädagogen und Landeslehrer aus einer Hand erfolgen soll. Die Doppelgleisigkeiten in der Aus- und Weiterbildung, im Speziellen zwischen Pädagogischen Hochschulen und Universitäten, gehöre abgeschafft, so Wimmer.

Elementarbildung ist Grundlage
„Der für mich persönlich bedeutendste Bereich im gesamten Bildungssystem ist die Elementarbildung. Besonders den Jüngsten müssen wir die größte Aufmerksamkeit entgegen bringen und bestens ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer müssen sich um die Kinder kümmern. Davon hängt ihr gesamter Lebensweg ab“, betont der JI-Salzburg-Vorsitzende. Deshalb fordert die Junge Industrie eine Ausbildung auf tertiärem Niveau für alle Pädagogen.

Download der Studie „Work 2030 and beyond“. Zukunft der Arbeit – Zukunft der Bildung