Clemens Sedmak

Resilienz: Resilienz und Arbeitslosigkeit

SedmakBei Überlegungen über “Resilienz und Arbeitslosigkeit” müssen grundlegende Fragen geklärt werden: Was kann die Sozialpolitik zur Stärkung der Resilienz von Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, beitragen? Dazu braucht es Überlegungen zu einer „Ethik des Nachdenkens über Arbeitslosigkeit“ die mit zwei Fragen verknüpft sind: 1. Kann Sozialpolitik resiliente, d.h. „glückliche“ Arbeitslose wollen? 2. Können bzw. wollen wir weiter an der Idee der Vollbeschäftigung festhalten?

Resilienzforschung
„Resilienz“ ist „Widerstandskraft“, und gilt als die Fähigkeit, auch unter widrigen Umständen zu gedeihen und zu wachsen. Die Resilienzforschung entstand aufgrund der Erkenntnis, dass manche es schaffen, trotz ungünstiger Bedingungen erstaunlich zu blühen, doch andere wiederum nicht. Eine der wichtigsten Erkenntnisee der Resilienzforschung besteht darin, dass Resilienz gefördert und gestärkt und willentlich und entschieden angestrebt werden kann.

Arbeitsplatzkompetenz und Arbeitslosigkeitskompetenz
Mit Blick auf die Arbeit sind zwei Formen von Krisenfähigkeit zu unterschieden: a) die Fähigkeit, mit Krisen am Arbeitsplatz umzugehen und die Integration in die Arbeitswelt zu erhalten – „Arbeitsplatzkompetenz“; b) die Fähigkeit, sich nach Verlust des Arbeitsplatzes in der Krisensituation als resilient zu erweisen. – „Arbeitslosigkeitskompetenz“. Zwischen diesen  Fähigkeiten besteht ein Zusammenhang: wer auf Arbeitslosigkeit vorbereitet ist, der kann am Arbeitsplatz weniger leicht erpresst werden.  Aus der Sicht der Resilienzforschung handelt es sich bei „Arbeitsplatzfähigkeit“ und „Arbeitslosigkeitsfähigkeit“ um ein und dasselbe Fähigkeitenbündel. Denn Arbeitslosigkeit ist in unserer Gesellschaft eine Fortsetzung der Arbeitswelt mit anderen Mitteln.

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