Karin Owsanecki (l.) und Konny Obermüller (r.) bei der Vorbereitung einer Gruppendiskussion mit Arbeitssuchenden im Alter 45+.

RE-InVEST: Start der 2. Forschungsphase

Im Rahmen des EU-Forschungsprojekts RE-InVEST startete am ifz im Herbst 2016 die 2. partizipative Forschungsphase zum Thema Arbeitslosigkeit von älteren Menschen in Salzburg. Nachdem in Phase 1 (Herbst 2015 bis Frühjahr 2016) die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise seit 2008 auf individuelle Lebensläufe arbeitsloser Personen im Alter 45+ partizipativ erhoben wurde, ist die zweite Phase (Herbst 2016 bis Frühjahr 2017) der Analyse der österreichischen (aktiven) Arbeitsmarktpolitik und sozialen Sicherung gewidmet.

In dieser Phase widmen sich die Wissenschaftlerinnen Elisabeth Buchner und Ortrud Leßmann gemeinsam mit ihren Ko-Forschenden folgenden Fragen: Welche Maßnahmen und Strukturen können aus einer Social-Investment-Perspektive als Fähigkeiten und Rechte stärkend beziehungsweise schwächend betrachtet werden? Hat sich die Arbeitsmarktpolitik in Folge der Krise und Krisenpolitik (Stichwort „Austeritätspolitik“) geändert und welche Auswirkungen sind aus der Perspektive von Menschenrechten und Fähigkeiten von besonders verletzlichen Gruppen feststellbar? Und: gibt es „Good-Practice“-Beispiele von denen andere EU-Staaten lernen könnten?

Als Zielgruppe wurden wieder Arbeitssuchende im Alter 45+ gewählt, jedoch diesmal mit einem Schwerpunkt auf Personen mit multiplen Benachteiligungen. Als Forschungsmethode wird Peer-Research eingesetzt: Das bedeutet, dass vier Teilnehmerinnen aus der Phase 1 in mehreren Workshops zu Ko-Forschenden ausgebildet werden, um gemeinsam mit den ifz-Wissenschaftlerinnen Fokusgruppen mit Betroffenen im Bundesland Salzburg und Interviews mit leitenden AMS-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern durchzuführen. Zudem begleitet eine Steuerungsgruppe, bestehend aus Expertinnen und Experten aus der Praxis, den Prozess und steuert wertvolles Wissen bei. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2017 in Form eines Länderberichts veröffentlicht und fließen auf EU-Ebene in einen Synthese-Bericht zu Arbeitsmarktpolitik und sozialer Sicherung ein. Außerdem ist eine öffentliche Veranstaltung für März 2017 in Salzburg geplant, um die Ergebnisse vorzustellen und Konsequenzen zu diskutieren.

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