Einrichtung neue Gastprofessur Festakt 14. Jän. 2010

Pressemitteilung: Neuer Lehrstuhl für Sozialethik an der Universität Salzburg

Schmölz-Gastprofessur an Clemens Sedmak / Liechtensteiner Stiftung schenkt dem Erzbischof den Lehrstuhl für Sozialethik.

SALZBURG (eds/wk  15. 1. 2010) / Ein besonderes Geschenk erhielt Erzbischof Dr. Alois Kothgasser zu seinem 70er im Jahr 2007 von der Liechtensteiner Peter Kaiser-Stiftung von Prof. Dr. Herbert Batliner: Einen Lehrstuhl für Sozialethik. Die Formalitäten wurden vor kurzem abgeschlossen. DDDr. Clemens Sedmak erhält die neue Gastprofessur an der Universität Salzburg. In einem Festakt in der Edmundsburg wurde ihm gestern Abend der Lehrstuhl übergeben.

Rektor Dr. Heinrich Schmidinger erinnerte im Europasaal der Edmundsburg vor vielen Freunden und Schülern des Namensgebers der Professur, des 2003 verstorbenen Dominikanerpaters Franz Martin Schmölz, daran, dass er ein Pionier der Sozialethik gewesen war. Mit dem Sponsoring der Stiftung kann jetzt auch der wissenschaftliche Nachwuchs unterstützt werden. Herbert Batliner weiß, dass mir die Sozialethik ein großes Anliegen ist, zeigte sich Erzbischof Kothgasser dankbar für das Geschenk.

Gastprofessur1Ein Weggefährte und langjähriger Assistent von Prof. Schmölz, der Linzer Professor und Augustiner-Chorherr des Stiftes St. Florian, Dr. Ferdinand Reisinger, skizzierte in seinem Festvortrag christliche Perspektiven einer Wirtschaftethik. Zunächst wies er darauf hin, dass die aktuelle Krise als Chance begriffen werden solle. Ganz im Sinne von Schmölz sei es, den Dialog zu suchen und zu fragen, was jedem Menschen an Urteilskraft und Entscheidungsfähigkeit zumutbar sei.

Christen sollen sich laut Reisinger für eine Horizonterweiterung einsetzen, für sie ist das Mensch gewordene Wort ein zentraler Punkt. Wer den Weg Jesu gehe, der werde zu humanen Zielen finden. Christlich begründete Ethik sei eine Beispielethik, die darauf hinweise, wie es gehen könnte. Auch außerhalb des eigenen Gartentors gebe es Ansätze zu Wirtschaftsethik, ökologischer Ethik und Konsumethik. Das Ökumenische Sozialwort der Kirchen habe 2003 wegweisende Forderungen, sowohl an die Kirchen als auch nach außen formuliert. Je mehr sich die Kirche selber an das hält, was gepredigt wird, desto glaubwürdiger wird sie, stellte Prof. Reisinger fest.

DDDr. Clemens Sedmak betonte, dass im Zentrum für Ethik und Armutsforschung immer mehr erkannt werde, dass Armut mit Identitätsverlust zu tun habe. An Widerstandskraft (Resilienz) werde intensiv geforscht. Er stellte Dr. Nadja Lobner, Mag. Elisabeth Kapferer und Dr. Richard Hörmann als neue MitarbeiterInnen vor.

Der Dominikaner Franz Martin Schmölz OP wurde 1927 im Allgäu geboren und starb 2003 in Salzburg. Zunächst lehrte er an der Universität München und habilitierte sich 1962 in Salzburg. Von 1961 bis 2003 wirkte Schmölz am Internationalen Forschungszentrum für Grundfragen der Wissenschaften (1987 bis 1997 als dessen Präsident) und wurde 1965 Vorstand des Instituts für Christliche Gesellschaftslehre an der Uni Salzburg. Das mit mehreren Auszeichnungen gewürdigte Schaffen des 1990 emeritierten Dominikaners ist geprägt von Thomas von Aquin, zu dessen fundiertesten Kennern Schmölz zählt. Er sah in der Politikwissenschaft eine Entscheidungshilfe für den Praktiker. Die Kirche müsse sich aus ihrer christlichen Verantwortung heraus auf den Dialog mit der Welt einlassen.