Dok-Plattform am ifz Vernetzung und Fortbildung für Doktorand/inn/en

Neuer Mut in der Wissenschaft

Wo sind die revolutionären Ideen, die die Gesellschaft umkrempeln sollen? Wo die heißen Diskussionen angehender Wissenschafter/innen über Sinn und Unsinn dieser Ideen? Die Wissenschaft hat ihren revolutionären Charakter als Kritikerin von Gesellschaft und Politik verloren und ist scheinbar zur bloßen Produzentin verwertbarer Technologien verkümmert.

Dafür mag es mehrere Gründe geben, eine der Hauptursachen ist jedoch die Ressourcenknappheit. Revolutionäre Idee und Gesellschaftskritik erfordern Kreativität. Kreativität wiederum ist auf genügend Zeit und Raum angewiesen. Zeit, um sich Gedanken zu machen und (Frei-) Raum um diese Gedanken fertig zu denken und ihnen nachzugehen, zu forschen. Ressourcen die dem modernen Wissenschafter, der modernen Wissenschafterin sehr begrenzt zur Verfügung stehen.

Es fehlt an Zeit: Woher die Zeit zum Denken nehmen? Vom Beruf „Wissenschafter/in“ oder „Dissertant/in“ lässt sich leider nur selten leben.  Anstellungen mit ausreichendem Stundensatz und dementsprechendem Gehalt sind rar. Diese wenigen glücklichen Doktoranden sind dann meist mit Projekten und organisatorischen Aufgaben eingedeckt. Alle anderen werden dazu gezwungen Nebenjobs á la Kellner/in anzunehmen, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen.

Die Zeit ist knapp, die Kapazitäten zur Bildung von revolutionärem Gedankengut sind begrenzt.

Viel Mühe fließt trotzdem in das Ergattern einer Forschungsförderung. Die Vorteile liegen auf der Hand: Im Idealfall winkt eine angemessene Förderung für die Dissertation und der Traum vom Beruf Wissenschafter/in rückt in greifbare Nähe. Die andere Seite der Medaille wird kaum beachtet: Mit der Forschungsförderung verbunden sind Vorgaben, die oftmals auch die Forschung einengen. Auf den Punkt gebracht, könnte man es „Wissenschaftskapitalismus“ nennen: gefördert wird was sich lohnt. Der wissenschaftliche Freiraum erfährt neue Grenzen durch ökonomische Zielsetzungen und institutionelle Leitlinien. Raum zur Entwicklung von Kreativität und neuen Ideen sucht man oft vergebens.

Das Doktorat ist also als Gradwanderung: im engen Gebiet knapper Zeit und knappen Raumes wandelt der idealistische Forschergeist. Für den Blick über den Tellerrand bleiben kaum Kapazitäten – jedenfalls zuwenig um die Gesellschaft aktiv mitzugestalten.

Dieses Spannungsfeld wurde beim letzten Treffen der Dok-Plattform diskutiert. Mehr Informationen dazu unter http://forum.ifz-salzburg.at.

Die Plattform für junge Wissenschafter/innen soll eine Möglichkeit bieten sich über eben diese Themen auszutauschen, sich zu vernetzen und neue Kontakte aufzubauen.

Außerdem werden bei den Terminen mit praktischen Inhalten wichtige Skills vermittelt die das wissenschaftliche Leben leichter machen. Mehr Informationen unter http://www.ifz-salzburg.at/?p=5052.