Rückblick auf das Fachgespräch „Leben und Altern in Salzburg“

Nachbericht zum Fachgespräch „Leben und Altern in Salzburg“

Soziale sowie räumliche Herausforderungen und Chancen
6. bis 7. November 2014, ifz Salzburg

Die Gestaltung des sozialen Raums war im November 2014 bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr Thema einer Veranstaltung des ifz. In Anknüpfung an das Fachgespräch Sozialraumorientierung mit Caritas-VertreterInnen aus Deutschland und Österreich im März 2014 sprachen WissenschaftlerInnen und lokale AkteurInnen aus Wohlfahrt, Politik und Verwaltung über Herausforderungen und Chancen, die der demografische Wandel für soziale Räume im Bundesland Salzburg mit sich bringt.

Im Zentrum des zweitägigen interdisziplinären Fachgesprächs standen ältere Menschen mit Betreuungs- und Pflegebedarf – denn diese Gruppe stellt im sozialen Raum eine immer größere Herausforderung dar. Der Anteil älterer Menschen im Bundesland Salzburg wird in den kommenden Jahren steigen, während die Zahl der Jüngeren nicht zunehmen wird. Zukunftsfähige soziale Infrastruktur bedeutet insofern auch zentral altersgerechte Infrastruktur.

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ifz-Vizepräsident Prof. Andreas Koch mit dem ehemaligen Bürgermeister von Elixhausen, Hofrat Dipl.-Ing. Bruno Wuppinger.

Ausgehend von der Definition des Sozialraums im Diskussionsprozess der deutschen Caritas, wird dieser verstanden: als „(…) der von Menschen angeeignete und in der Auseinandersetzung erfahrene Raum. Sozialräume sind erlebte, erfahrene, zugängliche Räume, Lebensräume…, ein Raum, den ich kenne, in dem ich mich auskenne, ein Raum, in dem ich über Beziehungen verfüge, auch über Ressourcen, indem es Probleme gibt; es ist der Raum, in dem ich konkret meinen Alltag bewältigen muss.“[1]

Während individuelle Sozialräume in der Regel über die Grenzen des Dorfes oder Stadtteils, indem man wohnt, hinausgehen, sind gerade älter werdende Menschen oft in größerem Ausmaß auf die unmittelbare Wohnumgebung als primärem Handlungsraum angewiesen. Ihre Lebensqualität hängt somit auch wesentlich davon ab, wie dieser sozialgeografisch abgrenzbare Lebensraum beschaffen ist, ob sie darin die soziale Infrastruktur vorfinden, die sie benötigen und damit Alltagsbewältigung und Teilhabe möglich sind und bleiben. Vor diesem Hintergrund orientierte sich das Fachgespräch an folgenden Fragen:

Was sind die Möglichkeiten und Grenzen sozialräumlicher Ansätze? Welche sozialräumlichen Angebote und Handlungsstrategien gibt es schon, was braucht es noch? Wie kann man Teilhabemöglichkeiten von älter werdenden Menschen sichern und welche Rahmenbedingungen sind dafür erforderlich? Welche guten Beispiele gibt es schon und was ist für ihren Erfolg entscheidend?

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Das Publikum des Fachgesprächs „Leben und Altern in Salzburg“.

Neben wissenschaftlichen Beiträgen zu den Themen „Sozialraumorientierung aus sozialarbeiterischer Perspektive“, „Akademische Ausbildung von Pflegekräften“ und „Indikatoren von Lebensqualität“ standen vor allem „good practice“-Beispiele aus dem ländlichen und städtischen Raum im Zentrum. Ein Vortrag stellte die Arbeit der Gemeindeentwicklung im Bundesland Salzburg vor, ein weiterer analysierte den Entstehungsprozess des Generationendorfs in Elixhausen aus Sicht der politisch Verantwortlichen. Zwei weitere Beiträge von VertreterInnen von Diakonie und Caritas thematisierten die Anforderungen an zukunftsfähige soziale Infrastruktur für (ältere) Menschen im städtischen und ländlichen Raum. Das vorläufige Fazit der Teilnehmenden könnte man folgendermaßen zusammenfassen: für ein gutes Leben und Altern in Salzburg braucht es gestalterischen Mut durch Politik und Wohlfahrt, bürgerschaftliches Engagement sowie fortgesetzten Austausch und Vernetzung.

 

Präsentationen zum Download:

[1] JAMBERGER, Matthias: Lebensweltorientierte Jugendliche und das Arbeitsprinzip Sozialraumorientierung. In: Evangelischer Erzieherverband EREV: Jugendhilfe im Sozialraum 2000.