Gottfried Schweiger

Arbeit und Anerkennung: Leben in der Arbeitsgesellschaft

„Mehr arbeiten, mehr lernen, mehr besitzen, um mehr zu gelten.“ So liest man in der Sozialenzyklika „Populorum Progressio“ von Papst Paul VI, die auch heute noch Aktualität genießt.

Arbeit, Wissen und Konsum
Der Zusammenhang von Arbeit, Wissen und Konsum kann so als bestimmend für die heutigen gesellschaftlichen Verhältnisse angesehen werden. Sie markieren drei wesentliche Bereiche des menschlichen Lebens und ihre gesellschaftliche Organisation kann daher auch als entscheidender Maßstab dafür angesehen werden, inwieweit eine Gesellschaft der Forderung nach Menschlichkeit gerecht wird.

Krise durch Ökonomisierung
Nun hat die beständige Ökonomisierung dieser Bereiche zu einer Krise geführt, die heute immer mehr Menschen betrifft. Ungleichheiten, Ausgrenzung und Entfremdung aber auch die scheinbare Perspektivenlosigkeit zu den herrschenden Verhältnissen sind die Kennzeichen für eine zunehmende Entmenschlichung der Gesellschaft insgesamt, die von vielen heute unter den Vorzeichen ihrer Krise beschrieben wird.

Fragwürdige Verhältnisse

Die Lobpreisungen und Errungenschaften der modernen Gesellschaft verlieren ihre integrative Funktion und Strahlkraft zu dem Zeitpunkt an dem ihre Schattenseiten und negativen Begleiterscheinungen allzu offensichtlich werden und sich in der Mitte der Gesellschaft breit machen. Ob und wie diesen Entwicklungen entgegengesteuert werden kann, ist also heute eine dringliche Frage, die aber nicht einfach zu beantworten ist. Ob der Menschlichkeit genüge getan wird, die Menschen nur mit genügend materiellen Gütern zu versorgen oder ob ihnen nicht vielmehr auch ein „Recht auf Arbeit“ zuzugestehen ist, ist dahingehend fraglich.

Download Artikel