15./16. Oktober 09
ifz Salzburg

15.10.2009
Tagung: Menschenwürdige Arbeit und Anerkennung im Kontext einer sich verändernden Arbeitswelt

Die Tagung setzt die Konzepte von „Menschenwürdiger Arbeit“ und „Anerkennung“ miteinander in Beziehung und bezieht sie auf aktuelle Umbrüche der Arbeitswelt: Entgrenzung, Subjektivierung und Flexibilisierung von Arbeit, die Zunahme von atypischer Beschäftigung und prekären Beschäftigungsverhältnissen zeigen mögliche Problemfelder auf. Besonders die Paradoxien post-tayloristischer Arbeitsorganisation und neuer Beschäftigungsverhältnisse stellen die Konzepte auf die Probe.

Elemente „Menschenwürdiger Arbeit“ und konkrete Anwendung
Das Konzept der „Menschenwürdigen Arbeit“ (decent work) wurde von der International Labour Organization (ILO) entwickelt, um die Bedürfnisse und Ansprüche der Menschen an und in ihrer Arbeit zusammenzufassen. Dabei wurden vier Elemente einer „decent work“ herausgearbeitet: (1) Rechte am Arbeitsplatz; (2) Beschäftigung und Arbeit; (3) Soziale Sicherheit; (4) Sozialer Dialog.
„Decent work“ wurde bisher wenig zu anderen arbeitswissenschaftlichen Theorien in Beziehung gesetzt. Auch muss der Begriff der „decent work“ hinsichtlich der betrieblichen Praxis verdichtet werden. Organisationsformen von Arbeit und Ausgestaltung von Arbeitsverhältnissen soll vor dem Konzept der „decent work“ analysiert werden und die argumentative Grundlage von Gewerkschaften und Betriebsräte unterstützen.

Anerkennung in der Konkretisierung von „Menschenwürdiger Arbeit“
Die anerkennungstheoretische Perspektive auf die Arbeitswelt stellt einen weiteren Ansatz dar. Sie steht implizit zum Konzept der „decent work“ in Beziehung: Arbeitende erwarten sich Anerkennung an ihrem Arbeitsplatz. Anerkennung kann so als wesentlicher Bestandteil von decent work verstanden werden. Auf verschiedenen Ebenen industrieller Beziehungen wird um die Durchsetzung von decent work gerungen. Es ist ein ständiges Ringen um Anerkennung. Eine anerkennungstheoretische Perspektive kann so zu einer Verdichtung des Konzeptes von „decent work“ beitragen. Sie macht bisher unterbelichtete Aspekte der Organisation und Ausgestaltung von Arbeit und ihrer Veränderung  sichtbar.

GesamtInfo zur Tagung: Inhalt und Programm

Programm der Tagung

Donnerstag, 15. Oktober 2009
9.00:    Begrüßung
9.30:    Vortrag und Diskussion:
Prof. in Dr.in Maria Funder
„Gute Arbeit“ – eine Fata Morgana? Anmerkungen zur Re-Thematisierung von Arbeit

10.45:    Vortrag und Diskussion:
Prof.in Dr.in Gudela Grote
Wachsende Unsicherheit in Arbeitsbeziehungen: Anforderungen an Beschäftigte und Arbeitgeber

13.30:    Vortrag und Diskussion:
Prof. Dr. Manfred Moldaschl
Anforderungswandel, Anreiz und Anerkennung. Eine kurze Geschichte der Irrtümer Prof.

14.45:    Vortrag und Diskussion
Prof. Dr. Lothar Funk
Die europäische Flexicurity-Strategie: Erfolgskonzept oder Sackgasse für ‚gute‘     Arbeitsplätze?

16.00:    Vortrag und Diskussion
Dr. Stephan Voswinkel
Strukturwandel der Arbeit – Strukturwandel der Anerkennung

Freitag, 16. Oktober 2009

9.00:    Vortrag und Diskussion
Prof. Lutz Kaiser
Flexible Erwerbsbiographien und Lebensplanung

10.15:    Vortrag und Diskussion
Dr. Franz Ofner
Identitätsbildung in der Arbeit zwischen Macht und sozialer Anerkennung. Traditionelle und neue Arbeitsformen im Vergleich.

11.15:    Vortrag und Diskussion
Dr. Gottfried Schweiger
Anerkennung und neue Beschäftigungsformen

14.00:    Vortrag und Diskussion
Prof.in Dr.in Hildegard Maria Nickel
Decent Work – Eine Frage von Geschlecht?

15.15:    Vortrag und Diskussion
Mag.a Birgit Huter, Mag. Michael Peitler
Anerkennung und subjektivierte Arbeit