Projektgrundlage

Anerkennung & menschenwürdige Arbeit

Arbeit menschenwürdig gestalten

Eine der Kernfragen angesichts der Wirtschaftskrise ist, wie wir Arbeit in Zukunft gestalten wollen. Unsere Forschung befasst sich mit der aktuellen Entwicklung im Bereich von Arbeit und ihren Bedingungen in Betrieben. Anerkennung ist zentraler Bestandteil menschenwürdiger Arbeit.

Anerkennung von Arbeitnehmer/innen als Person

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf hat mit dem Begriff „decent work“ den Anfangspunkt einer politischen Debatte über „menschenwürdige Arbeit“ gesetzt. Der Begriff der decent work hat mit sozialem Dialog, Freiheiten, Sicherheiten und finanzieller Gerechtigkeit zu tun. Ein Anliegen von menschenwürdiger Arbeit ist die Anerkennung von Arbeitnehmer/innen als Person – als Menschen, die mehr sind als funktionale Objekte, und die entsprechende Anerkennung ihrer Arbeit.

Anerkennung hat vielfältige Gesichter

Beschäftigte haben das Bedürfnis nach Anerkennung und erwarten diese. Anerkennung kann sich unterschiedlich zeigen: in Achtung, Wertschätzung und Würdigung. Der/die Beschäftigte erfährt sie von Seiten des Betriebes, der Vorgesetzen und Kolleg/inn/en oder von Kund/inn/en. Anerkennung kann sich durch Lob und respektvolles Verhalten zeigen, in der Rücksichtnahme auf spezielle Bedürfnisse, durch Möglichkeiten der Mitbestimmung, des Einbringens eigener Ideen und der flexiblen Gestaltung der Arbeitszeit, der Förderung von Weiterbildung und eigenem Engagement, angemessenem Lohn oder auch der Auszeichnung besonderer Verdienste und Leistungen.

Arbeitsklima-Index und Arbeitszufriedenheit in Salzburg

Obwohl sich laut Arbeitsklima-Index die Salzburger Arbeitnehmer/innen am Arbeitsplatz wohler fühlen als noch vor wenigen Jahren, zeigen Detailergebnisse, dass das Arbeitsklima in einzelnen Branchen oft aufgrund von Stress, wenig Mitbestimmungsmöglichkeiten, schlechter Personalführung und häufigen Umstellungen bei den Arbeitsabläufen schlecht ist. Unzufriedenheit gibt es aktuell aufgrund der fehlenden gesellschaftlichen Anerkennung von Facharbeiterinnen und Facharbeitern, bezüglich der Altersvorsorge und den gestiegenen Lebenshaltungskosten, die mit dem realen Einkommen nicht mehr bewältigbar erscheinen.