Fachgespräch: “Sozialraumorientierung – ein geeignetes Paradigma für die Caritas Österreich?”

27.03.2014
Fachgespräch zum Thema Sozialraumorientierung

„Sozialraumorientierung – ein geeignetes Paradigma für die Caritas Österreich?“ ist der Titel eines Fachgesprächs, welches das internationale forschungszentrum für soziale und ethische fragen (ifz) in Kooperation mit der Caritas Österreich organisiert. Das Fachgespräch findet am 27. Und 28. März 2014 am ifz mit geladenen Teilnehmern statt.

Im Zentrum des Fachgesprächs stehen das Konzept der Sozialraumorientierung und seine Anwendbarkeit in der Praxis. Insbesondere soll danach gefragt werden,  welchen Mehrwert sozialraumorientiertes Arbeiten in diesem Zusammenhang bringen kann, welche Herausforderungen damit verbunden sind und welchen Stellenwert es für die Arbeit der Caritas Österreich hat beziehungsweise haben könnte. Erfahrungen der Caritas Deutschland, die seit einiger Zeit intensiv um Sozialraumorientierung bemüht ist, sollen dabei ebenso einfließen wie Projekte aus Österreich, die in eine ähnliche Richtung weisen.

Hintergrund

Das Konzept der Sozialraumorientierung ist aus der Theorie und Praxis der sozialen Arbeit nicht mehr wegzudenken. Auch wenn es verschiedene Definitionen des Konzeptes gibt, ist eine Gemeinsamkeit aller sozialraumorientierter Ansätze, dass sie die einzelfallbezogene Arbeit in den Kontext der einzelfallübergreifenden und der einzelfallunabhängigen Bezüge stellt. Letztendlich geht es darum, Lebenswelten so zu gestalten, dass Menschen befähigt werden, in schwierigen Lebenslagen besser zurechtzukommen. Das heißt insbesondere auch, dass ihre Optionen zur selbstbestimmten Teilhabe ausgeweitet werden sollen. Laut dem Ansatz der Sozialraumorientierung werden Personen folglich in ihrem konkreten Umfeld unterstützt, und ihre Lebensqualität wird durch die Einbeziehung verschiedener Netzwerke, Institutionen, Projekte, Initiativen u.v.m verbessert. Ziel ist es, dass  es zu einer „Verzahnung“ aller Akteure im Sozialraum zum Wohle der Betroffenen kommt. Sozialraumorientierung geht dabei immer von den Interessen und vom Willen der lokalen Bevölkerung aus und bemüht sich somit um einen „Dialog auf Augenhöhe“, denn die Entwicklung des Sozialraumes ist nur möglich, wenn die Bevölkerung aktiv eingebunden ist.

Seit einiger Zeit gibt es auch in den Caritasverbänden Österreichs und Deutschland Bemühungen, sozialraumorientiert zu arbeiten. Vor allem in Deutschland wird mit einem Bundesmodellprogramm sowie verschiedenen Diözesanprojekten systematisch daran gearbeitet, Sozialraumorientierung als grundlegendes Handlungskonzept für die Caritas zu implementieren. Im Fachgespräch sollen einige dieser Initiativen vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden. Dadurch soll ein Überblick über aktuelle Ansätze gegeben und darüber hinaus ausgelotet werden, welches Potential das Konzept der Sozialraumorientierung für weiterführende Aktivitäten hat. Eignet es sich vielleicht sogar als ein Paradigma, an dem sich weite Teile der Caritasarbeit in Österreich orientieren sollten?

Format

VertreterInnen der Caritas Österreich und der Caritas Deutschland, die auf verschiedenen Ebenen in sozialraumorientieren Projekten eingebunden sind, sowie einige weitere ExpertInnen zum Thema  halten Impulsreferate zu Ihren Projekten/Erfahrungen, die dann gemeinsam diskutiert werden. Ziel ist es, das Potential des Sozialraumkonzeptes für die Arbeit der Caritas Österreich zu prüfen und gegebenenfalls den Grundstein für weitere Bemühungen zur Umsetzung sozialraumorientierter Projekte und Ansätze zu legen.

Kontakt

ifz. internationales forschungszentrum
für soziale und ethische fragen
Mönchsberg 2a, A-5020 Salzburg

Gunter Graf
E-Mail: ggraf@ifz-salzburg.at