Francesco Laruffa: “Was ist sozial im Sozialinvestitionsparadigma?”

Fachgespräch im Rückblick: “In Menschen investieren – nur wie? Zur Perspektive der Sozialinvestitionen”

Es ist sinnvoll, aktiv und präventiv in Bildung, Kinderbetreuung, Gesundheit und Qualifikation zu investieren – davon geht das Konzept der sozialen Investitionen aus. So lassen sich Fähigkeiten stärken und möglichst alle Menschen im Erwerbsalter sollen sich dadurch produktiv an einem sich rasch wandelnden Arbeitsmarkt beteiligen können. Damit, so die Idee weiter, ist eine zentrale Voraussetzung dafür geschaffen, dass möglichst viele Menschen ein selbständiges Leben führen können und gar nicht erst auf Sozialhilfe angewiesen werden. Das Konzept spielt eine zentrale Rolle im Forschungsprojekt RE-InVEST, das zurzeit am ifz durchgeführt wird.

Das Fachgespräch
am ifz ist den Fragen nachgegangen, inwieweit Sozialinvestitionen in der Sozialpolitik in Österreich und der EU eine Rolle spielen und welche Spannungen sich in Theorie und Praxis ergeben. Stoff zur Diskussion boten zum Beispiel folgende Aspekte:
– Wie können Fragen der Qualität von Beschäftigung bei sozialen Investitionen angemessen berücksichtigt werden?
– Sollen Investitionen wirklich nur in Bezug auf die Inklusion in den Arbeitsmarkt definiert werden?
– Oder heißt dies nicht, der ökonomischen Logik Vorrang einzuräumen und die Gerechtigkeit aus den Augen zu verlieren?

ExpertInnen aus Theorie und Praxis nutzten die Möglichkeit, sich in kontroversen Gesprächen auszutauschen.

Donnerstag
Gunter Graf, Elisabeth Buchner und Ortrud Leßmann (alle ifz) eröffneten das Gespräch am Donnerstag, führten in das Thema ein und berichteten vom Forschungsstand in RE-InVEST.
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Welche Herausforderungen die Sozialinvestitionen im europäischen Kontext darstellen und wie die jüngsten Entwicklungen aussehen, berichtete Thomas Leoni vom WIFO. Download Leoni
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René Lehweß-Litzmann (SOFI Göttingen) beschäftigte sich in seinem Vortrag (“Sozialinvestive Arbeitsmarktpolitik in Europa seit dem Vorabend der Krise”) mit der Entwicklung der Ausgaben für passive und aktive Arbeitsmarktpolitik in EU-Ländern vor und nach der Krise. Download Lehweß-Litzmann
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Stoff für Diskussionen und gute Gespräche gaben Vorträge von Ortrud Leßmann (“Kollektivität und sozialer Wandel aus Capability-Perspektive: Was bedeutet das für Sozialinvestitionen?”) und Francesco Laruffa (Universität Genf): “Was ist sozial im Sozialinvestitionsparadigma?” Download Leßmann Download Laruffa

Freitag
Am zweiten Tag analysierte Silke Bothfeld (Hochschule Bremen), welche normativen und kognitiven Grundannahmen eine sozialinvestive Sozialpolitikstrategie kennzeichnen. Dabei zeigte sich, dass zentrale Grundelemente weiter ausformuliert werden müssen, um eine zu starke Ausrichtung auf ökonomische Ziele zu vermeiden. Download Bothfeld
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Als TeilnehmerInnen der RE-InVEST-Forschungsgruppe sprachen Karin Owsanecki und Helmut Moser (hier mit Elisabeth Buchner) über ihre Erfahrungen als Arbeitslose in Salzburg.RE-InVEST_FG_2017_Buchner_BestAgers_web

RE-InVEST_FG_2017_Heitzmann_MatzingerAbschließend referierten Karin Heitzmann und Sandra Matzinger (Uni Wien) über die Entwicklung von Sozialinvestitionen in Österreich am Beispiel von Fürsorgeleistungen. Download Heitzmann & Matzinger

Das Gespräch fand im Rahmen des EU-Forschungsprojekts RE-InVEST, an dem das ifz als Projektpartner beteiligt ist, am 16. und 17. Februar 2017 statt.

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