21. Februar 09:30-17:00 ifz Salzburg, Anmeldung erforderlich kontakt

21.02.2013
Fachgespräch: Gutes Altern und benediktinische Tradition

Das ifz lädt am 21.2.2013 von 9.30 h bis 17.00 h zu einem Gespräch über „Gutes Altern und benediktinische Tradition. Die Fragen nach „gutem Altern“ und nach einem „guten Miteinander“ mit älteren Menschen werden zu Schlüsselfragen der Zukunft. Hier müssen wir nachdenken, hier brauchen wir Inspirationen und Beispiele.In der christlichen Tradition sind Schätze verborgen, die nicht immer bekannt sind; solche Erfahrungs- und Erkenntnisschätze finden wir etwa in der benediktinischen Tradition.

Programm:

09:30 Eintreffen bei Kaffee und Kuchen

10:00-10:40 „Bedeutungsvolles Tun und Altersgesundheit aus Sicht von Ergotherapie- und Handlungswissenschaft“
Mag. Christine Sontag, ifz Salzburg
10:40-11:20 „“Die Alten“ und das „Altern“ im Zeugnis der Benediktusregel.“
Dr.in Michaela Puzicha OSB, Institut für benediktinische Studien Salzburg
11:20-11:40  Diskussion

Mittagspause mit kaltem Buffet

12:40-13:20 „Altern im Kloster und die Bedingungen eines erfüllten Lebens“
Prof. Emmanuel Bauer OSB, Universität Salzburg
13:20-14:00 „Gutes Altern mit Demenz?“
Dr.in Martina Schmidhuber, ifz Salzburg
14:00-14:20 Diskussion

Kaffee/Tee-Pause

14:50-15:30 „Erfolgreiches Altern aus psychologischer Sicht.“
Prof. Urs Baumann, Universität Salzburg
15:30-16:10 „zu bestimmten Zeiten…zu bestimmten Stunden“ (vgl. RB 48,1)
Rhythmus und Regel –  Zur Bedeutung benediktinischer Zeitordnung für die Altersgesundheit
Mag. Manfred Böhm, Autor des Buches „Warum Mönche länger leben“
16:10-16:30 Diskussion

Abschlussdiskussion
Ende spätestens 17:00

Moderation: Prof. Clemens Sedmak

Der Hintergrund ist schnell umrissen: Unsere Gesellschaft wird älter. Wir wollen auf gute Weise altern. Diese beiden Aussagen stehen einigermaßen außer Streit. Auf gute Weise zu altern bedeutet, den Fragen nach Reduktion, Endlichkeit, Verletztlichkeit und Gebrechlichkeit gut begegnen zu können; gutes Altern bedeutet, Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten, Entscheidungs- und Teilhabemöglichkeiten, Gemeinschafts- und Beziehungsmöglichkeiten zu haben, das eigene Leben und dessen Reichtum zu integrieren, Erworbenes und Erkanntes weitergeben zu können; gutes Altern bedeutet auch die Möglichkeit, druckentlastet den letzten Teil des Lebenswegs gehen zu können.

Die benediktinische Tradition hat ein Ideal klösterlichen Lebens begründet, das es einer auf Dauer angelegten Gemeinschaft erlauben soll, persönliches Wachstum in allen Lebensabschnitten und Gemeinschaftsleben miteinander zu verbinden. Ein Kloster soll auch „gutes Altern“ ermöglichen.
In der benediktinischen Tradition finden wir wichtige Anregungen zum Thema der menschlichen Gesundheit – Leben in Maß, die Bedeutung körperlicher Tätigkeit, die Bedeutung von Gebetsleben und Gemeinschaft. Diese Eckpfeiler eines guten Lebens werden gerade im letzten Lebensabschnitt eines Menschen besonders wichtig. Manfred Böhm ist der Frage, warum Mönche länger leben, nachgegangen; sie leben nicht nur länger, sie haben in vielen Fällen auch ein gutes Alter, einen guten letzten Lebensabschnitt.

Im Abschnitt 37 der Regula Benedicti wird die Rücksichtnahme auf „Alte und Kinder“ eingefordert – und unter die Autorität der Regel gestellt. Wir kennen aus vielen Klöstern einen guten Umgang mit älteren Mitbrüdern.

Die benediktinische Tradition hat vieles über das gute Altern zu teilen – einen Erkenntnisschatz aus der benediktinischen Weisheit und einen Erfahrungsschatz aus vielen Klöstern. Was heißt „gutes Altern“ in einer benediktinischen Sicht? Was sind „good practices“, wie sie in Klöstern gepflegt werden? Wie können benediktinische Einsichten in die menschliche Gesundheit auf den Alltag im Alter angewandt werden?
Umgekehrt kann die Realität der Benediktinerklöster, die ähnlich wie die Gesellschaft einen demographischen Wandel erleben, von Ideen des guten Alterns profitieren. Hier können „Altersstudien“ ebenso interessant sein wie die Betätigungswissenschaften.

Wir wollen am 21. Februar 2013 zu einem Gespräch einladen. Es geht um fachlichen Austausch und Input, um Dialog und das Schärfen der Einsichten und Fragestellungen. Welchen Aspekten dieser Fragestellung „Gutes Altern und benediktinische Tradition“ sollte man tiefer nachgehen? Wo liegt, wie man so schön sagt, „Forschungsbedarf“? Wo könnte man weiterarbeiten und vielleicht auch ein Forschungsprojekt entwickeln?

Nach kurzen Inputs, die Zeit für Gespräch lassen, wollen wir in einer Abschlussrunde die Fragestellung zuspitzen.

Informationen und Anmeldung

Wir freuen uns, wenn unsere Veranstaltung Ihr Interesse weckt, und möchten sehr herzlich zur Teilnahme einladen. Der Kostenbeitrag beträgt 65 € (incl. Verpflegung während des Fachgesprächs). Auf Anfrage ist für Studierende ein reduzierter Beitrag möglich.

Um rasche Anmeldung unter csontag@ifz-salzburg wird gebeten. Gerne stehen wir Ihnen für offene Fragen unter dieser Email-Adresse zur Verfügung.

Das ifz ist ein Forschungszentrum der Erzdiözese Salzburg, das sich um „Wissenschaft für Menschen“ bemüht, wichtige Fragen der Zeit behandeln möchte und einen Dialog zwischen christlicher Tradition und moderner Wissenschaft anstrebt. Auf diesem Hintergrund wollen wir zu einem Gesprächstag einladen. Der Tag soll sich der Frage nach dem guten Altern und der benediktinischen Tradition widmen.