Malgorzata Bogaczyk-Vormayr

Europäische Werte: Dialog und Solidarität

In ihrem Essay „Spüren des Anderen. Eine philosophische Antwort auf eine politische Frage“ skizziert Małgorzata Bogaczyk-Vormayr die Kategorie der Alterität im Lichte philosophischer Überlegungen. Dieser Text ist ihr philosophischer Beitrag zu der politischen Fragestellung nach der heutigen Verschlechterung der Beziehungen, Vereinbarungen und Dialogfähigkeiten zwischen den europäischen Nachbarstaaten.

Dialog als Grundlage eines gesellschaftspolitisches Diskurses

Bogaczyk-Vormayr meint, dass die Dialogphilosophie eine Grundlage für einen gesellschaftspolitischen Diskurs darstellen könnte. Diese philosophische Tradition versteht nämlich die Dialog-Erfahrung als ein unveränderliches Grundelement des Zwischenmenschlichen. Die Autorin lässt sich u.a. von M. Buber, S. Weil, E. Lévinas, J. Derrida, B. Waldenfels inspirieren. Sie erinnert an die ethisch-philosophische Kategorie der Solidarität von J. Tischner, der schreibt: „Die Ethik der Solidarität will eine Gewissensethik sein. Sie setzt voraus, dass der Mensch ein Wesen ist, das mit einem Gewissen begabt ist. Das Gewissen stellt einen natürlichen ethischen Impuls des Menschen dar, der von verschiedenen Systemen weitgehend unabhängig ist.“ (S. 29). Dialog und Solidarität verknüpft Bogaczyk-Vormayr mit der Erfahrung der „fremden Ideen“ und meint: „[…] vielleicht gibt es dort guten Rat, eine Lösung, möglicherweise so etwas wie Offenbarung, wie Wahrheit – ganz sicher aber deren Spur. Daher suchen wir unaufhörlich den Dialog der Ideen.“ (S. 32).

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Bei Zitation als Quelle anzuführen:
Bogaczyk, M. (2007), Spüren des Anderen. Eine philosophische Antwort auf eine politische Frage, aus dem Polnischen von S. Sellmer, In: Bingen, D.; Loew, P. O.; Wóycicki, K. (Hg.), Die Destruktion des Dialogs. Zur innenpolitischen Instrumentalisierung negativer Fremd- und Feindbilder…, Wiesbaden: Harrassowitz Verlag, S. 23-32.