Ortrud Leßmann Empirische Studien zum Capability-Ansatz

Capabilities: Empirische Studien zum Capability-Ansatz auf der Grundlage von Befragungen – ein Überblick

Obwohl die Frage, ob der Capability-Ansatz überhaupt operationalisierbar ist, von Beginn an und bis heute diskutiert wird, gibt es inzwischen eine Fülle von empirischen Studien auf der Grundlage des Capability-Ansatzes. Die meisten basieren auf Daten aus Befragungen (im Unterschied zu bspw. anthropometrischen Daten) und greifen dabei auf bereits existierende Datenquellen zurück, sind also sogenannte Sekundäranalysen. Sie weisen eine Fülle von unterschiedlichen Methoden auf und gehen unterschiedlichen Fragestellungen nach. Nur wenige Studien gehen jedoch genauer auf die Frage ein, warum sie welche Dimensionen in die Analyse einbezogen haben und inwiefern die vorgefundenen Indikatoren diese Dimensionen abdecken.

Dabei ist gerade die Auswahl der Dimensionen für einen solch multidimensionalen Ansatz wie den Capability-Ansatz ein zentrales Problem. Einige Primärstudien widmen sich diesem Problem, indem sie Menschen nach ihren Vorstellungen eines guten Lebens befragen. Es gibt jedoch auch Primärstudien, die dadurch motiviert sind, dass sich mittels vorhandener Datenquellen sich der Capability-Ansatz nicht gut abbilden lässt. Es fehlen sowohl Daten zu einigen Dimensionen (wie bspw. der Dimension „sich in der Öffentlichkeit ohne Scham zeigen“) als auch Fragen, die gezielt den Aspekt der Handlungsfreiheit erfassen, der im Capability-Ansatz eine große Rolle spielt.

Die Autorin stellt sowohl Kriterien für die Auswahl relevanter Dimensionen als auch Kriterien für die Auswahl von Indikatoren dafür vor. Ferner zeigt sich anhand einer eigenen Studie auf, welche Probleme sich praktisch bei der Zusammenstellung von Fragen für eine Primärstudie ergeben.

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