Diskussionsrunde beim Erzählcafé zum Thema „Arbeitslosigkeit“.

Die eigene Geschichte teilen

Michaela Ziegler und Karin Owsanecki teilen ein Schicksal: Sie sind beide über 45 Jahre alt und von Arbeitslosigkeit betroffen. Bei der 2. Jugend-Armuts-Konferenz am 17. Oktober 2016 erzählten sie vor zahlreichen Schülerinnen und Schülern aus ihrem Leben und was Arbeitslosigkeit mit einem macht. Die Jugend-Armuts-Konferenz findet traditionell vor der Salzburger Armutskonferenz statt, die sich dieses Jahr dem Thema „Rechtspopulismus und Sozialpolitik“ widmete.

Insgesamt nahmen an der 2. Jugend-Armuts-Konferenz 93 Schülerinnen und Schüler aus fünf Schulen aus dem Bundesland Salzburg teil. Es gab vier parallele Erzählcafés zu unterschiedlichen armutsrelevanten Themen wie Flucht/Asyl, Wohnungslosigkeit, Betteln und Arbeitslosigkeit. Zu all diesen Themen waren Betroffene eingeladen, die ihre Geschichten mit den Jugendlichen teilten. ifz-Wissenschaftlerin Elisabeth Buchner moderierte das Erzählcafé zu Arbeitslosigkeit, bei dem auch der Salzburger AMS-Landesgeschäftsführer Siegfried Steinlechner als Diskutant anwesend war. Michaela Ziegler und Karin Owsanecki sprachen mit ihren Zuhörerinnen und Zuhörern über die Verzweiflung und die innere Leere, die mit Arbeitslosigkeit einhergeht. Sie sprachen aber auch über wahre Freunde und die Hilfsbereitschaft anderer. Mehr dazu lesen Sie im Blog „Platz-nehmen“ von Michaela Ziegler.

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Beide Frauen nehmen auch am EU-Projekt RE-InVEST teil, das in Österreich vom ifz geleitet wird. Die partizipative Forschung mit den von Arbeitslosigkeit Betroffenen geht nun in die zweite Phase (Herbst 2016 bis Frühjahr 2017). Die ifz-Wissenschaftlerinnen Elisabeth Buchner und Ortrud Leßmann arbeiten dabei mit einer vierköpfigen Kerngruppe von Arbeitssuchenden im Alter 45+ aus Phase I. Die Zusammenarbeit erfolgt im Rahmen von Peer-Research, das heißt, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden zu Ko-Forschenden ausgebildet. Gemeinsam werden Interviews und Fokusgruppen mit Betroffenen und AMS-Beraterinnen und -Beratern durchgeführt und ausgewertet. Das zentrale Thema ist, wie arbeitsmarktpolitische Maßnahmen für Arbeitssuchende im Alter 45+ in Salzburg wahrgenommen werden. Dabei geht es nicht nur um die Frage der Re-Integration in den Arbeitsmarkt, sondern insbesondere darum, inwiefern die Fähigkeiten und Rechte der Betroffenen in einem umfassenden Sinn gestärkt oder auch geschwächt werden.

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