in St. Virgil, Salzburg

17.09.2012
Ausschreibung: Einladung Benediktakademie 2012 – Glaube und Vernunft

Wir laden junge Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus sämtlichen Studiengebieten zur Benediktakademie 2012 ein, einem Projekt der Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung in Kooperation mitbenakLOGO-CMYK St. Virgil, Salzburg und dem Internationalen Forschungszentrum für soziale und ethische Fragen. Sie müssen keine Kenntnisse von Theologie haben, Sie müssen nicht katholisch oder religiös sein, Sie müssen sich bisher nicht mit Joseph Ratzinger/Papst Benedikt beschäftigt haben – wir ersuchen Sie nur um echtes Interesse am Thema und Wohlwollen gegenüber dem Werk von Joseph Ratzinger (Papst Benedikt XVI.). Die Benediktakademie ist ein Forum, in dem ein Thema interdisziplinär diskutiert wird. Sie dient dazu, junge Wissenschafter/innen mit Ideen von Joseph Ratzinger zum Thema bekannt zu machen. Stets geht es aber, gerade im Sinne von Joseph Ratzinger, um eine offene Auseinandersetzung.

Thema
Glaube und Vernunft

Der bekannte Atheist Anthony Flew kam durch die Naturwissenschaften mit ihren Forschungen zur Struktur des Universums im Jahr 2004, für viele überraschend, zum religiösen Glauben. Für andere wird die Kluft zwischen religiösem Glauben an einen persönlichen Gott, der an Geschichte und Schicksal der Menschen Anteil hat, und naturwissenschaftlicher Betrachtungsweise immer größer. Dies hat sich nicht zuletzt in den Diskussionen gezeigt, die Kardinal Schönborn mit seinem viel beachteten Artikel über „intelligent design“ in der New York Times im Juli 2005 ausgelöst hat.

Wie verhalten sich Vernunft und Glaube zu einander? Kann man heute noch auf dem Boden der naturwissenschaftlichen Forschung stehend an Gott glauben? Sind naturwissenschaftliche Perspektive und die Sicht des Glaubens auf einander hingeordnet, von einander unabhängig oder in einem Konkurrenzverhältnis zu einander zu sehen? Fanden wir uns einmal vor der Rede vom „Ende des naturwissenschaftlichen Zeitalters“, so mögen manche heute den Niedergang von Theologie mit ihrer vergleichsweise bescheidenen Breitenwirkung diagnostizieren.

Das Verhältnis von Glaube und Vernunft hat die christliche Religion von Anfang an beschäftigt, ging es doch schon im ersten Jahrhundert darum, die christliche Botschaft in den Kontext der hellenistischen Philosophie verständlich zu machen. Auf diese Herausforderung hat auch Papst Benedikt XVI. in seiner vielfach verkürzt rezipierten Vorlesung an der Universität Regensburg am 12. September 2006 hingewiesen. Thomas von Aquin hat die Synthese von Vernunft und Glauben, die verschiedene Erkenntnisordnungen ausbilden, aber einander nicht widersprechen können, zu einem Höhepunkt gebracht. Ist das heute noch haltbar?

Diesen Fragen möchte die Benediktakademie 2012 nachgehen. Impulse werden dem Opus Joseph Ratzingers entnommen, der sich auf der Grundlage eines bestimmten Vernunftbegriffs für die Vereinbarkeit, ja wechselseitiges Hingewiesensein von Vernunft und Glaube ausgesprochen hat. Was spricht dafür, was spricht dagegen? Auch: Wer spricht dafür, wer spricht dagegen? Und: Warum?

Kurz, Glaube und Vernunft – ein Widerspruch?

Organisatorische Aspekte

Die Benediktakademie 2012 findet von 17. bis 20. September 2012 (mittags bis mittags) in St. Virgil, Salzburg, statt. Die Teilnehmer/innen werden das Thema in Form von thematischen, moderierten Clusters bearbeiten. Bewerbungen sind mit einem einseitigen Abstract, einer kurzen Darstellung eines Gedankens zum Thema, einzureichen. Alle Abstracts sollen in Word-, RTF- oder OpenDocument-Format per EMail (akademie@ifz-salzburg.at) gesendet werden. Die Bewerbungsfrist endet mit 30. April 2012. Die ausgewählten Teilnehmer/innen ersuchen wir um die Zahlung einer nicht refundierbaren Registrierungsgebühr in der Höhe von 45 Euro zur Bestätigung ihrer verbindlichen Anmeldung.

Die Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung finanziert für die Teilnehmer/innen Unterkunft und Verpflegung. Die Fahrkosten müssen von den Teilnehmer/innen selbst getragen werden. Für den Fall sozialer Bedürftigkeit steht ein Unterstützungs-Fond zur Verfügung.

Für etwaige Fragen steht Frau Marina P. Teixeira gerne jederzeit zur Verfügung unter akademie@ifz-salzburg.at.