“die Seelenkraft” in ihrer Wirkungsgeschichte verstehen

Anima, vis et spes. Wirkungsgeschichte der altchristlichen Lehre über die Seelenkräfte

malgorzata bildAltchristliche Texte bieten wertvolle Impulse für die zeitgenössische Resilienzforschung

Im Forschungsprojekt geht es um die Arbeit an den Quellentexten und deren Vergleich mit der zeitgenössischen Philosophie (Komperatistische Methode).Resilienz versteht man heute als Widerstandskraft – als Fähigkeit, eine Krise zu bewältigen. Altchristliche Autoren sprechen in diesem Sinn von „der Seelenkraft“. Inwieweit gibt die Charakter- und Tugendlehre der Kirchenväter philosophische Impulse für die moderne Forschung? Die altchristlichen Texte werden kritisch gelesen und philosophisch betrachtet.

“Seelenkraft” in ihrer Wirkungsgeschichte verstehen
Die Wirkungsgeschichte (H.-G. Gadamer) bzw. die Wiedererkennung der Probleme (N. Hartman) bestimmen das Vorgehen. Die Forschung soll einen Beitrag zur Begriffsgeschichte leisten. Begriffe mit ihrem Gedächtnis verdeutlichen uns die Anfänge, die Kontexte und die zeitgenössische Relevanz alter philosophischer Probleme.
Es zeigt sich darin eine Unerschöpflichkeit der klassischen Lehre „der Seelenkraft“.

Die Texte folgender Autoren werden in die Forschung einbezogen: Clemens von Alexandrien, Basilius der Große, Gregor von Nazianz, Gregor von Nyssa, Palladius von Helenopolis, Ephräm der Syrer, Augustinus, Johannes Cassian, Boethius u.a.

Das Projekt ist Teil des Resilienz-Projektes am ifz Salzburg von April 2009 bis Dezember 2010. Es wird ermöglicht durch die finanzielle Unterstützung des Vereins der Freunde des ifz e.V. München.

“Suche nicht das gefährliche und untätige Leben,
das macht träge und schlaff.
Suche ein Leben, das den Gefahren trotzt
wie ein Schiff auf hoher See.
Wer in den Stürmen des Meeres standhält, stärkt seine Seele.
Du wurdest nicht in die Welt geschickt,
um untätig zu leben,
sondern um dich in den Stürmen des Lebens zu bewähren.”

Johannes Chrysostomos, Homilie über Psalm 124