Anerkennung ist zentraler Bestandteil menschenwürdiger Arbeit

ifz Schwerpunkt: Arbeit & Anerkennung

Menschen wollen anerkannt werden. Im Kontext der Arbeit kann sich Anerkennung auf vielfältige Weise ausdrücken. Das Forschungsprojekt beleuchtet verschiedene Dimensionen von Anerkennung am Arbeitsplatz aus philosophischer, psychologischer und soziologischer Perspektive. Aufbauend auf qualitativen und quantitativen Untersuchungen werden konkrete Empfehlungen zur Gestaltung von Arbeitsbedingungen vorgestellt.

Auf der Basis einer philosophisch-psychologischen Begriffsklärung von “Anerkennung” und “Wertschätzung” identifizieren und sammelen wir “good practices” – Unternehmen mit einer vorbildlichen Kultur der Anerkennung. Wir befragen in qualitativen und quantitativen Studien Arbeitnehmer/innen nach ihren Erfahrungen mit Anerkennung und hren Ideen zur Verbesserung des Anerkennungs- “Klimas”, Wie sieht der Arbeitsalltag der Beschäftigten aus? Was wünschen sie sich? Was tun Unternehmen, um Kulturen der Anerkennung zu etablieren und zu fördern? Wie kann die Zufriedenheit am Arbeitsplatz gestärkt werden?

Besseres Arbeitsklima kostet nicht viel

Wir gehen davon aus, dass in vielen Unternehmen Frustrationen unter den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern dadurch entstehen, dass Anerkennung und Wertschätzung ungenügend zum Ausdruck gebracht wird. Dabei ist zu beachten, dass es neben der monetären Anerkennung viele andere Formen der Anerkennung gibt, die nicht unbedingt große finanzielle Mittel erfordern. Dazu ein Beispiel: Der englische Soziologe Peter Townsend hat in den 1970er Jahren Altersheime in Großbritannien untersucht und am Ende des Buches auf dem Hintergrund der empirischen Forschungen 5 Seiten von „Empfehlungen“ formuliert – diese haben vor allem mit Ausdrucksweisen der Wertschätzung zu tun (Geburtstage von Altersheimbewohner/inne/n zur Kenntnis nehmen und feiern; persönliche Gestaltungsfreiheit der Wohnräume; Kultur der namentlichen Anrede und der Höflichkeit; Gespräch am Pflegebett als Zeit der Dienstzeit, etc.), die in den meisten Fällen nicht viel Geld kosten. So besteht die Hoffnung, dass mit relativ einfachen Einsichten der Arbeitsalltag und das Betriebsklima verbessert werden können.

Das Ziel unserer Forschung ist die Entwicklung konkreter Empfehlungen für die Förderung von Kulturen der Anerkennung und menschenwürdiger Arbeit.

Das Forschungsteam besteht derzeit aus drei Personen: Gottfried Schweiger, Philosoph, Birgit Huter, Psychologin und Michael Peitler, Soziologe.